Techniker führt harzdurchtränkten Filzschlauch in unterirdische Rohrleitung ein, Schlauchlining-Sanierung auf feuchtem Betonuntergrund.

Wie wird ein Rohr Inliner eingebaut?

/ Anna Gerlach

Ein Rohrinliner wird eingebaut, indem ein mit Kunstharz getränkter Schlauch in das beschädigte Rohr eingezogen, aufgeblasen und anschließend durch Wärme oder UV-Licht ausgehärtet wird. Das Ergebnis ist ein neues, stabiles Innenrohr, das ohne Aufgraben entsteht. Dieses Verfahren der grabenlosen Rohrsanierung eignet sich für die meisten Abwasserrohre und Kanäle und ist sowohl für Hausanschlüsse als auch für größere Leitungsnetze einsetzbar. Im Folgenden findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Einbauprozess, die Voraussetzungen und die Haltbarkeit.

Welche Voraussetzungen muss ein Rohr vor dem Inliner-Einbau erfüllen?

Vor dem Einbau eines Inliners muss das Rohr gereinigt, kameratechnisch inspiziert und frei von groben mechanischen Hindernissen sein. Wurzeleinwüchse, Ablagerungen und Verstopfungen müssen vorab entfernt werden. Außerdem darf das Rohr keine schwerwiegenden Lageabweichungen oder Einstürze aufweisen, die den Schlaucheinzug verhindern würden.

Konkret bedeutet das: Zunächst wird eine Rohrkamera-Inspektion durchgeführt, um den Zustand der Leitung zu dokumentieren. Dabei werden Risse, Scherbenbildung, Rohrversatz oder Wurzeleinwüchse sichtbar gemacht. Anschließend folgt eine gründliche Rohrreinigung, in der Regel per Hochdruckreinigung, um Ablagerungen und Schmutz zu entfernen. Erst wenn das Rohr sauber und befahrbar ist, kann der Inliner eingebaut werden.

Einige Schäden lassen sich bereits vor dem Inliner-Einbau durch eine partielle Rohrsanierung beheben. Wenn nur ein einzelner Riss oder eine punktuelle Schadstelle vorhanden ist, kann gezielt nur dieser Bereich repariert werden, bevor der Liner gesetzt wird. Wichtig ist außerdem, dass Hausanschlüsse und Zuläufe im Vorfeld markiert werden, damit sie nach dem Aushärten des Liners wieder geöffnet werden können.

Wie läuft der Einbau eines Inliners Schritt für Schritt ab?

Der Einbau eines Rohrinliners folgt einem klar strukturierten Ablauf: Reinigung, Inspektion, Einzug des Liners, Aufblasen, Aushärten und abschließende Kamerabefahrung. Der gesamte Prozess findet oberflächlich statt, also ohne Aufgraben der Straße oder des Gartens.

Im Detail sieht der Ablauf so aus:

  1. Rohrreinigung: Das Abwasserrohr wird per Hochdruckreinigung von Ablagerungen, Fett und Wurzelresten befreit.
  2. Kamerainspektion: Eine Rohrkamera fährt durch die Leitung und dokumentiert alle Schadstellen. Das Videomaterial dient als Grundlage für die Sanierungsplanung.
  3. Vorbereitung des Liners: Der Inlinerschlauch wird mit einem zweikomponentigen Kunstharz getränkt. Je nach Verfahren geschieht das im Werk oder direkt auf der Baustelle.
  4. Einzug oder Einblasen: Der getränkte Schlauch wird durch einen vorhandenen Schacht oder eine Revisionsöffnung in das Rohr eingezogen oder mit Druckluft eingeblasen.
  5. Aufblasen und Formen: Ein Innenballon, auch Airbag oder Kalibrierballon genannt, wird in den Schlauch eingeführt und aufgeblasen, sodass sich der Liner gleichmäßig an die Rohrwand anlegt.
  6. Aushärten: Das Kunstharz wird durch UV-Licht, Heißdampf oder Warmwasser ausgehärtet und bildet so ein neues, stabiles Rohr im Rohr.
  7. Abschlussinspektion: Nach dem Aushärten wird der Ballon entfernt und eine abschließende Kamerabefahrung dokumentiert das Ergebnis. Hausanschlüsse werden wieder geöffnet.

Dieser Ablauf gilt sowohl für die Langstreckensanierung ganzer Rohrabschnitte als auch für die partielle Rohrsanierung einzelner Schadstellen.

Was ist der Unterschied zwischen UV-Härtung und Dampfhärtung beim Inliner?

Bei der UV-Härtung wird der Liner durch ultraviolettes Licht ausgehärtet, das ein spezieller UV-Zug durch den Schlauch zieht. Bei der Dampfhärtung wird heißer Dampf in den aufgeblasenen Liner eingeleitet, der das Harz thermisch aushärtet. Beide Verfahren liefern hochwertige Ergebnisse, unterscheiden sich aber in Geschwindigkeit, Ausrüstungsaufwand und Einsatzbereich.

UV-Härtung

Die UV-Härtung gilt als besonders schnell und präzise steuerbar. Der Aushärteprozess beginnt erst, wenn der UV-Zug den Schlauch passiert, was bedeutet, dass der Liner bis zum Einbau flexibel bleibt und keine Kühlung benötigt. Das macht Transport und Lagerung einfacher. UV-Liner bestehen häufig aus Glasfasermaterial und sind besonders formstabil.

Dampfhärtung

Bei der Dampfhärtung wird Heißdampf in den gesamten aufgeblasenen Liner eingeleitet. Das Verfahren ist gut geeignet für größere Nennweiten und längere Abschnitte. Die Aushärtezeit ist etwas länger als bei UV, dafür ist die Ausrüstung in manchen Fällen einfacher verfügbar. Filzliner auf Basis von Polyester oder Nadelfilz werden häufig mit Dampf oder Warmwasser gehärtet.

Welches Verfahren das richtige ist, hängt vom Rohrdurchmesser, der Schadensart, der verfügbaren Technik und den örtlichen Gegebenheiten ab. Beide Methoden sind anerkannte Verfahren der grabenlosen Rohrsanierung und erfüllen die gängigen Qualitätsnormen.

Wie lange dauert der Einbau eines Rohr Inliners?

Der Einbau eines Rohrinliners dauert je nach Rohrlänge, Nennweite und Härtungsverfahren zwischen wenigen Stunden und einem Arbeitstag. Für einen typischen Hausanschluss mit einer Länge von zehn bis zwanzig Metern ist der Liner oft innerhalb eines halben Tages eingebaut und ausgehärtet.

Hinzu kommt die Vorbereitungszeit für Reinigung und Inspektion, die je nach Rohrzustand ein bis zwei Stunden in Anspruch nehmen kann. Bei längeren Strecken, etwa bei der Sanierung kommunaler Abwasserleitungen, verlängert sich die Einbauzeit entsprechend. Die UV-Härtung gilt dabei als besonders zeitsparend, da der Aushärteprozess in einem Durchgang erfolgt und sehr schnell abläuft.

Im Vergleich zur offenen Bauweise ist der Zeitvorteil erheblich: Während eine konventionelle Rohrsanierung mit Aufgraben mehrere Tage oder Wochen dauern kann, ist das Inliner-Verfahren in den meisten Fällen innerhalb eines Tages abgeschlossen, inklusive der abschließenden Kamerabefahrung.

Welche Rohrmaterialien und Nennweiten sind für das Inliner-Verfahren geeignet?

Das Inliner-Verfahren ist für nahezu alle gängigen Rohrmaterialien geeignet, darunter Steinzeug, Beton, Guss, PVC, PE und Stahl. Einsetzbar ist es für Nennweiten ab etwa DN 100 bis hin zu großen Kanalprofilen im Bereich DN 1200 und darüber. Die Flexibilität des Verfahrens macht es zum universellen Werkzeug bei der Rohrsanierung.

Entscheidend ist nicht das Ausgangsmaterial, sondern der Zustand des Rohres. Solange die Rohrstruktur noch ausreichend Stabilität für den Einzug bietet und keine vollständigen Einstürze vorliegen, kann ein Liner gesetzt werden. Bei stark deformierten Rohren oder extremen Lageabweichungen ist vorab zu prüfen, ob eine Vorbehandlung oder eine alternative Methode sinnvoller ist.

Für Hausanschlüsse werden häufig Nennweiten zwischen DN 100 und DN 200 saniert. Kommunale Abwasserleitungen bewegen sich oft im Bereich DN 200 bis DN 600 oder größer. Für jeden Nennweitenbereich gibt es speziell angepasste Liner und Härtungsverfahren, sodass das Inliner-Verfahren eine breite Anwendungspalette abdeckt.

Wie lange hält ein eingebauter Rohr Inliner?

Ein fachgerecht eingebauter Rohrinliner hat eine Nutzungsdauer von mindestens 50 Jahren. Diese Angabe basiert auf den Anforderungen der einschlägigen Normen und der langjährigen Praxiserfahrung mit dem Verfahren. Damit ist der Liner in seiner Haltbarkeit mit einem neu verlegten Rohr vergleichbar.

Die tatsächliche Lebensdauer hängt von mehreren Faktoren ab: der Qualität des verwendeten Harzes und des Trägermaterials, der sorgfältigen Ausführung des Einbaus, der Vollständigkeit der Aushärtung sowie der Belastung durch Abwasser, Temperatur und mechanische Einwirkungen. Ein Liner, der korrekt eingebaut und ausgehärtet wurde, ist chemisch beständig gegenüber den üblichen Abwasserinhaltsstoffen und mechanisch belastbar.

Regelmäßige Inspektionen per Rohrkamera sind empfehlenswert, um den Zustand des Liners langfristig zu überwachen und frühzeitig auf eventuelle Veränderungen reagieren zu können. Viele Betreiber kombinieren die Sanierung mit einem Wartungsplan, der turnusmäßige Reinigungen und Kamerabefahrungen umfasst.

So unterstützt Bodenbender dich bei der Inliner Rohrsanierung

Wir bei Bodenbender begleiten dich von der ersten Planung bis zur fertigen Sanierung. Als Systemanbieter mit mehr als 50 Jahren Erfahrung in der Kanalinstandhaltung bieten wir dir alles aus einer Hand, was du für eine professionelle, grabenlose Rohrsanierung brauchst.

Das umfasst konkret:

  • Hochwertige Linersysteme: Unsere zertifizierten Produkte wie der PL-Inliner und PL-PointLiner sowie der Airbagliner stehen für geprüfte Qualität und Langlebigkeit.
  • Systemlösungen für jeden Einsatzbereich: Ob Langstreckensanierung, partielle Sanierung, Einlaufsanierung oder Schachtsanierung, wir haben die passende Lösung für dein Projekt.
  • Schulung und Wissenstransfer: In unserer Relining Academy bilden wir Anwender praxisnah aus, damit der Einbau sicher und normgerecht gelingt.
  • Individuelle Sanierungsfahrzeuge: Wir bauen Fahrzeuge nach deinen Anforderungen aus, auf oder um, inklusive vollständiger Begleitung von der Planung bis zur Übergabe.
  • Persönliche Beratung: Unser Team steht dir bei der Auswahl des richtigen Verfahrens und der passenden Produkte zur Seite.

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