Schlauchlining ist für ein breites Spektrum an Nennweiten geeignet – typischerweise von DN 100 bis DN 1200, in manchen Fällen sogar darüber hinaus. Welche Nennweite konkret saniert werden kann, hängt vom eingesetzten Liner-System, dem Rohrzustand und den örtlichen Gegebenheiten ab. Im Folgenden erfährst du, welche Durchmesser möglich sind, was die Auswahl beeinflusst und welche Systeme für welche Nennweiten eingesetzt werden.
Welche Rohrdurchmesser können mit Schlauchlining saniert werden?
Mit Schlauchlining lassen sich Rohre in einem Nennweitenbereich von etwa DN 100 bis DN 1200 sanieren. Dieser Bereich deckt den Großteil der kommunalen und privaten Abwasserinfrastruktur ab – von Hausanschlussleitungen bis hin zu großen Hauptsammlern. Für Sonderfälle mit sehr großen oder unrunden Querschnitten gibt es spezialisierte Liner-Varianten.
Die Inliner-Technik nutzt einen flexiblen Schlauch, der in das beschädigte Rohr eingebracht und anschließend ausgehärtet wird. Dabei entsteht ein neues, stabiles Rohr im Rohr. Weil der Schlauchliner an den jeweiligen Innendurchmesser angepasst wird, ist das Verfahren grundsätzlich für viele Dimensionen umsetzbar. Entscheidend ist, dass der richtige Liner in der passenden Wandstärke und dem passenden Durchmesser gewählt wird – denn ein zu locker sitzender oder zu enger Liner kann das Sanierungsergebnis negativ beeinflussen.
Für Liner-Systeme und Techniken gilt: Je größer der Nennweitenbereich, desto stärker variieren auch die eingesetzten Materialien und Einbringverfahren. Kleinere Nennweiten werden häufig per Inversion eingebracht, während bei größeren Durchmessern oft das Einziehverfahren zum Einsatz kommt.
Was beeinflusst die Auswahl des richtigen Nennweitenbereichs?
Die Auswahl des richtigen Nennweitenbereichs beim Schlauchlining wird durch mehrere Faktoren bestimmt: den tatsächlichen Innendurchmesser des Rohres, den Zustand der Rohrwandung, die statischen Anforderungen an den neuen Liner sowie die Zugänglichkeit des Leitungsabschnitts. Diese Faktoren zusammen entscheiden, welches System und welche Wandstärke geeignet sind.
Besonders wichtig ist die Voruntersuchung per Kamera-Inspektion. Nur wer den Ist-Zustand des Rohres kennt – also Risse, Verformungen, Ablagerungen oder Wurzeleinwüchse – kann beurteilen, ob Schlauchlining überhaupt in Frage kommt und welcher Liner die nötige Stabilität bietet. Starke Deformationen oder ein sehr geringer Restquerschnitt können die Anwendbarkeit einschränken.
Weitere Einflussfaktoren sind:
- Rohrmaterial: Beton, Steinzeug, Guss oder Kunststoff stellen unterschiedliche Anforderungen an den Liner und seine Haftung.
- Betriebsdruck: Druckrohrleitungen erfordern andere Liner-Spezifikationen als Freispiegelleitungen.
- Leitungslänge und Krümmungen: Lange Strecken oder enge Bögen können die Einbringung erschweren und die Nennweitenauswahl beeinflussen.
- Statische Anforderungen: Je nach Überdeckung und Bodenbelastung muss der Liner eine bestimmte Wandstärke aufweisen.
Wie unterscheidet sich Schlauchlining bei kleinen und großen Nennweiten?
Bei kleinen Nennweiten (DN 100 bis DN 300) wird Schlauchlining meist per Inversion eingebracht – der Schlauch wird mit Wasser oder Druckluft umgestülpt und so in das Rohr gedrückt. Bei großen Nennweiten (DN 400 und größer) kommt häufiger das Einziehverfahren zum Einsatz, bei dem der Liner manuell oder maschinell in den Kanal eingezogen wird. Die Härtung erfolgt je nach System durch UV-Licht, Heißwasser oder Dampf.
Kleine Nennweiten: DN 100 bis DN 300
In diesem Bereich dominieren Hausanschlussleitungen und kleinere Ortskanäle. Die Sanierung ist hier oft besonders wirtschaftlich, weil kurze Einbringzeiten und kompakte Ausrüstung möglich sind. Die Schlauchliner werden in der Regel werksseitig mit Harz vorimprägniert geliefert, was den Einbau vereinfacht. Partielle Sanierungen – also die gezielte Reparatur einzelner Schadstellen – sind in diesem Bereich besonders verbreitet.
Große Nennweiten: DN 400 bis DN 1200
Bei größeren Durchmessern steigen die Anforderungen an Logistik, Ausrüstung und Statik. Hier kommen schwerere Liner mit größeren Wandstärken zum Einsatz. Die Harzimprägnierung kann vor Ort oder im Werk erfolgen. Begehbare Kanäle ab etwa DN 800 ermöglichen zudem eine manuelle Inspektion und Qualitätskontrolle direkt nach der Sanierung. Das Einziehverfahren ist in diesem Bereich weit verbreitet, weil es eine bessere Kontrolle über die Liner-Position ermöglicht.
Gibt es Nennweiten, für die Schlauchlining nicht geeignet ist?
Schlauchlining ist nicht für alle Nennweiten und Rohrgeometrien gleichermaßen geeignet. Sehr kleine Durchmesser unter DN 100 sind mit Schlauchlining in der Regel nicht wirtschaftlich oder technisch sinnvoll sanierbar. Bei stark deformierten Querschnitten oder extremen Lageabweichungen kann das Verfahren ebenfalls an seine Grenzen stoßen.
Auch Rohre mit sehr starken Inkrustierungen oder Ablagerungen müssen vor der Inliner-Sanierung gründlich gereinigt werden – sonst haftet der Liner nicht zuverlässig. In Einzelfällen kann eine Kombination aus partieller Sanierung und anschließendem Schlauchlining sinnvoll sein, um lokale Schäden zu beheben, bevor der Liner eingebracht wird.
Zusammengefasst sind folgende Situationen kritisch:
- Nennweiten unter DN 100
- Stark ovalisierte oder gebrochene Rohre ohne ausreichende Restform
- Rohre mit aktiven Grundwassereinbrüchen, die nicht vorher abgedichtet wurden
- Leitungsabschnitte mit zu vielen oder zu engen Bögen, die das Einbringen des Liners verhindern
Welche Liner-Systeme werden für welche Nennweiten eingesetzt?
Für die Langstreckensanierung kleiner bis mittlerer Nennweiten (DN 100 bis DN 400) werden häufig Schlauchlinersysteme eingesetzt, die den gesamten Leitungsabschnitt in einem Zug sanieren. Für punktuelle Schäden in einem breiten Nennweitenspektrum kommt der Schlauchliner als Kurzliner oder Hutprofil zum Einsatz. Spezialisierte Systeme decken dabei jeweils definierte Nennweitenbereiche ab.
Die Wahl des richtigen Systems richtet sich immer nach der Nennweite, dem Schadenstyp und der gewünschten Sanierungsstrategie – ob Vollsanierung einer langen Strecke oder gezielte Reparatur einer einzelnen Schadstelle. Dabei spielen auch die Einbringtechnik und die Härtungsart eine entscheidende Rolle.
So hilft Bodenbender bei der Schlauchlining-Sanierung
Wir bei Bodenbender bieten zertifizierte Systemlösungen für ein breites Nennweitenspektrum – von der partiellen Sanierung einzelner Schadstellen bis hin zur Langstreckensanierung ganzer Kanalabschnitte. Unsere Systeme sind speziell auf die Anforderungen der grabenlosen Inliner-Sanierung ausgelegt und werden kontinuierlich weiterentwickelt.
Das umfasst konkret:
- AIRBAGLINER®: Unser System für die partielle Sanierung, das mit der AIRBAGLINER® Blase präzise an die Schadstelle positioniert und ausgehärtet wird – geeignet für verschiedene Nennweiten im Hausanschluss- und Kanalbereich.
- Point-Liner® System: Das Point-Liner® System ermöglicht die zuverlässige Sanierung von Einzelschäden und Anschlüssen in einem definierten Nennweitenbereich.
- Bodenbender Inliner System: Für die Langstreckensanierung bieten wir mit dem Bodenbender Inliner System eine leistungsstarke Lösung, die auf unterschiedliche Rohrdimensionen abgestimmt werden kann.
- PointHat und Bodenbender PointHat System: Speziell für die Einlaufsanierung und den Anschlussbereich konzipiert, ergänzt das PointHat System unser Portfolio für komplexe Sanierungsaufgaben.
- Schulungen und Beratung über unsere Relining Academy, damit du unsere Systeme sicher und effizient einsetzen kannst.
Du möchtest wissen, welches System für deine Nennweite und deinen Schadensfall das Richtige ist? Nimm Kontakt mit uns auf – wir beraten dich gerne und finden gemeinsam die passende Lösung für dein Projekt.
