Bei der Rohrreinigung mit Hochdruck wird Wasser unter sehr hohem Druck durch speziell geformte Düsen in das Rohr eingeleitet. Der Wasserstrahl löst Ablagerungen, Verstopfungen und Beläge von der Rohrwandung und spült das gelöste Material in Richtung Schacht ab. Das Verfahren eignet sich für nahezu alle gängigen Rohrmaterialien und Nennweiten im Kanal- und Abwasserbereich. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Hochdruckspülung.
Welche Drücke und Düsen werden bei der Hochdruckspülung eingesetzt?
Bei der Hochdruckspülung werden je nach Rohrdurchmesser und Verschmutzungsgrad Drücke zwischen 80 und 200 bar eingesetzt. Für die Reinigung von Hausanschlüssen und kleineren Leitungen reichen häufig 80 bis 120 bar aus. Bei hartnäckigen Ablagerungen in größeren Kanälen kommen Drücke bis 200 bar oder darüber hinaus zum Einsatz. Die Düse wird dabei so gewählt, dass Vortrieb und Reinigungswirkung optimal aufeinander abgestimmt sind.
Die Wahl der Düse ist entscheidend für das Ergebnis. Rotationsdüsen erzeugen einen kreisenden Wasserstrahl, der Beläge gleichmäßig von der Rohrwandung abträgt. Punktstrahldüsen konzentrieren den Druck auf eine kleine Fläche und eignen sich besonders für hartnäckige Verstopfungen. Rückwärtsstrahldüsen treiben sich durch den Rückstoß selbst durch das Rohr und spülen gleichzeitig das gelöste Material nach hinten ab. Für spezielle Situationen wie Wurzeleinwüchse gibt es Fräsdüsen, die mechanische und hydraulische Reinigung kombinieren.
Für welche Rohrmaterialien und Nennweiten ist Hochdruckreinigung geeignet?
Hochdruckreinigung ist für nahezu alle gängigen Rohrmaterialien geeignet, darunter Steinzeug, Beton, Kunststoff (PVC, PP, PE), Gusseisen und Stahl. Entscheidend ist, den Druck dem jeweiligen Material anzupassen, da sehr alte oder bereits geschädigte Rohre durch zu hohen Druck weiter beschädigt werden können. Nennweiten von DN 50 bis DN 1200 und größer lassen sich mit entsprechend dimensionierten Geräten reinigen.
Bei Kunststoffrohren sollte der Druck so gewählt werden, dass die Rohrwandung nicht angegriffen wird. Steinzeug- und Betonrohre vertragen in der Regel höhere Drücke, sind aber anfälliger für Schäden, wenn bereits Risse oder Scherbenbildung vorliegen. Für sehr kleine Nennweiten wie DN 50 oder DN 70, etwa in der Inhouse-Sanierung, werden schlanke Düsen und angepasste Schläuche verwendet. Bei großen Kanälen ab DN 400 kommen leistungsstarke Spülfahrzeuge mit entsprechend hohem Wasserdurchsatz zum Einsatz.
Was kann die Hochdruckspülung aus Rohren entfernen?
Die Hochdruckspülung entfernt zuverlässig Fettablagerungen, Sandeinträge, Schlammschichten, Kalkbeläge, Toilettenpapier und andere organische Rückstände aus Rohren. Auch leichtere Wurzeleinwüchse und lockere Ablagerungen an der Rohrwandung lassen sich durch den Wasserstrahl lösen und abtransportieren. Sehr harte Inkrustationen oder tief verwurzelte Einwüchse erfordern ergänzende Maßnahmen.
Im Alltag sind Fettablagerungen aus Küche und Gastronomie sowie Toilettenpapier und Feuchttücher die häufigsten Ursachen für eine Verstopfung im Rohr. Diese Materialien reagieren gut auf Hochdruckspülung. Mineralische Ablagerungen wie Kalk oder Sinter lassen sich mit rotierenden Düsen ebenfalls gut bearbeiten, sofern sie noch nicht vollständig ausgehärtet sind. Bei starken Inkrustationen oder Rohrbrüchen reicht die Spülung allein nicht aus. Hier ist eine anschließende Zustandserfassung per Rohrkamera notwendig, um zu entscheiden, ob eine grabenlose Rohrsanierung erforderlich ist.
Wie unterscheidet sich Hochdruckspülung von mechanischer Rohrreinigung?
Die Hochdruckspülung arbeitet rein hydraulisch: Wasser unter hohem Druck löst und transportiert Ablagerungen ab. Die mechanische Rohrreinigung setzt dagegen auf physische Werkzeuge wie Spiralen, Fräsen oder Molche, die Verstopfungen direkt aufbrechen oder herausziehen. Beide Methoden ergänzen sich und werden je nach Art der Verstopfung kombiniert eingesetzt.
Stärken der Hochdruckspülung
Die Hochdruckspülung ist schnell, schonend und für lange Leitungsabschnitte geeignet. Sie reinigt die gesamte Rohrwandung gleichmäßig und hinterlässt keine Rückstände. Bei weichen Ablagerungen, Fetten und Schlamm ist sie der mechanischen Methode in Effizienz und Geschwindigkeit überlegen. Zudem lassen sich Hochdruckspülgeräte flexibel einsetzen, ohne dass der Kanal betreten werden muss.
Stärken der mechanischen Reinigung
Mechanische Verfahren sind dann überlegen, wenn Verstopfungen sehr kompakt sind oder wenn Fremdkörper wie Steine, Bauschuttteile oder verhärtete Inkrustationen im Rohr sitzen. Fräsköpfe können Wurzeleinwüchse durchtrennen und Ablagerungen herausarbeiten, die der Wasserstrahl allein nicht bewegen kann. In der Praxis wird die mechanische Reinigung oft als Vorbereitung für eine anschließende Hochdruckspülung eingesetzt.
Wann sollte nach einer Hochdruckreinigung eine Kanalinspektion erfolgen?
Nach einer Hochdruckreinigung sollte immer dann eine Kanalinspektion per Rohrkamera erfolgen, wenn die Ursache der Verstopfung unklar ist, wenn der Kanal wiederholt verstopft war oder wenn der Verdacht auf strukturelle Schäden besteht. Die Kamerabefahrung zeigt, ob Risse, Rohrbrüche oder Einwurzelungen vorliegen, die eine weitergehende Sanierung erfordern.
Eine Rohrkamera-Inspektion ist besonders dann sinnvoll, wenn nach der Reinigung erneut Abflussprobleme auftreten. Wiederkehrende Verstopfungen sind häufig ein Hinweis auf einen strukturellen Schaden an der Leitung, zum Beispiel einen Rohrbruch, einen Versatz oder eine Querschnittsverengung durch Einwurzelungen. Wer ein Abwasserrohr sanieren möchte, sollte zunächst den genauen Zustand per Kamerabefahrung dokumentieren lassen. Nur so lässt sich die passende Sanierungsmethode auswählen, etwa eine partielle Rohrsanierung oder eine Langstreckensanierung per Inliner.
Welche Sicherheits- und Umweltanforderungen gelten bei der Hochdruckspülung?
Bei der Hochdruckspülung gelten strenge Sicherheitsvorschriften für das Personal sowie Anforderungen an den Umgang mit dem anfallenden Spülwasser. Hochdruckstrahlen ab 25 bar können schwere Verletzungen verursachen, weshalb Schutzausrüstung und Absperrmaßnahmen am Arbeitsort Pflicht sind. Das Spülgut darf nicht unkontrolliert in Gewässer oder das Erdreich gelangen.
Das bei der Reinigung anfallende Schmutzwasser enthält Feststoffe, Fette und gegebenenfalls Schadstoffe aus dem Abwassersystem. Es muss fachgerecht aufgefangen, transportiert und entsorgt oder in die Kläranlage eingeleitet werden. Saugwagen übernehmen dabei das Abpumpen des Spülgutes direkt am Schacht. Für den Betrieb von Hochdruckspülgeräten auf öffentlichen Flächen sind zudem Genehmigungen und Verkehrssicherungsmaßnahmen notwendig. Unternehmen, die diese Arbeiten ausführen, müssen entsprechend ausgebildetes Personal und zertifizierte Fahrzeuge einsetzen, um den geltenden Normen zu entsprechen.
Wie Bodenbender bei der Rohrreinigung und Kanalsanierung hilft
Wir bei Bodenbender sind seit mehr als 50 Jahren in der Kanalinstandhaltung tätig und kennen die Herausforderungen rund um Rohrreinigung und Kanalsanierung aus erster Hand. Wenn nach einer Hochdruckreinigung klar wird, dass das Rohr einen Schaden hat, bieten wir die passenden Systemlösungen für die grabenlose Sanierung:
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