Bei der Schlauchlinersanierung können verschiedene Mängel auftreten, die von Faltenbildung und Ablösungen bis hin zu unvollständiger Aushärtung reichen. Diese Fehler entstehen häufig durch fehlerhafte Verarbeitung, ungeeignete Materialien oder mangelnde Qualitätskontrolle. Im Folgenden erfährst du, welche Mangelbilder typisch sind, wie du sie erkennst und was du dagegen tun kannst.
Wie entstehen Mängel bei der Schlauchlinersanierung?
Mängel beim Schlauchliner entstehen meistens durch Fehler bei der Vorbereitung, der Installation oder der Aushärtung. Schon kleine Abweichungen vom vorgesehenen Prozess können dazu führen, dass der Inliner nicht die erforderliche Dichtheit und Stabilität erreicht. Besonders kritisch sind unzureichende Kanalreinigung, falsch gewählte Materialstärken oder Temperaturschwankungen während der Aushärtephase.
Ein häufiger Ausgangspunkt für Probleme ist die mangelnde Inspektion vor der Sanierung. Wenn der Zustand des Altrohrs nicht vollständig bekannt ist, können Hindernisse oder starke Verformungen den Einzug des Schlauchliners beeinträchtigen. Auch die Lagerung und der Transport des Liners spielen eine Rolle: Wird das Material zu früh dem Licht ausgesetzt oder falsch gelagert, kann die Reaktionsfähigkeit des Harzes beeinträchtigt werden, bevor der Liner überhaupt eingebaut wird.
Weitere Ursachen liegen in der Auswahl des Harzsystems. Nicht jedes Harz ist für jede Anwendung geeignet. Temperatur, Rohrdurchmesser, Rohrgeometrie und der chemische Belastungsgrad des Mediums müssen bei der Materialwahl berücksichtigt werden. Wird hier gespart oder nachlässig gearbeitet, sind Mängel beim Schlauchliner-Verfahren nahezu vorprogrammiert.
Welche Mangelbilder treten am häufigsten beim Schlauchliner auf?
Die häufigsten Mängel beim Schlauchliner sind Faltenbildung, Ablösungen vom Altrohr, unvollständige Aushärtung, Risse sowie Undichtigkeiten an Anschlüssen und Übergängen. Diese Mangelbilder können einzeln oder in Kombination auftreten und beeinflussen die Langlebigkeit und Funktion der Inliner-Rohrsanierung erheblich.
Faltenbildung und Ablösungen
Falten entstehen, wenn der Liner beim Einzug nicht gleichmäßig an die Rohrwandung angelegt wird. Das passiert besonders in Bögen oder bei stark ovalen Querschnitten. Ablösungen hingegen treten auf, wenn die Haftung zwischen Liner und Altrohr unzureichend ist, zum Beispiel durch Restfeuchtigkeit oder unzureichende Reinigung der Rohrinnenwand.
Unvollständige Aushärtung und Risse
Wird das Harzsystem zu früh oder unter falschen Bedingungen ausgehärtet, bleibt der Liner weich und verliert seine statische Tragfähigkeit. Risse entstehen häufig als Folge mechanischer Belastungen, die ein nicht vollständig ausgehärteter Liner nicht aufnehmen kann. Auch Temperaturwechsel nach der Installation können bei mangelhafter Aushärtung zu Rissbildung führen.
Wie lassen sich Mängel im Schlauchliner erkennen und prüfen?
Mängel im Schlauchliner lassen sich am zuverlässigsten durch eine TV-Inspektion nach der Sanierung erkennen. Ergänzend kommen Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610 zum Einsatz, die Undichtigkeiten im sanierten Kanal sicher nachweisen. Eine Kombination aus visueller Kontrolle und Druckprüfung gilt als Standard bei der Qualitätssicherung der Inliner-Sanierung.
Bei der TV-Inspektion werden Falten, Risse, Ablösungen und nicht geöffnete Hausanschlüsse sichtbar. Letzteres ist ein häufiger Fehler: Wenn Zuläufe nach der Linersanierung nicht korrekt gefräst werden, kommt es zu Rückstau oder Schäden am frisch eingebrachten Material. Ergänzend zur Kamerabefahrung können Laminatproben aus dem Liner entnommen und im Labor auf Aushärtegrad und Schichtdicke geprüft werden. Das gibt Aufschluss darüber, ob das Material die geforderten mechanischen Eigenschaften erreicht hat.
Für eine vollständige Qualitätssicherung sollte die Prüfung unmittelbar nach der Installation erfolgen, da sich einige Mängel mit der Zeit verschlimmern und dann schwerer zu beheben sind. Auf der Seite zu Technik und Produkten findest du weitere Informationen zu den Anforderungen an eine fachgerechte Linersanierung.
Was passiert, wenn Mängel beim Schlauchliner nicht behoben werden?
Werden Mängel beim Schlauchliner nicht behoben, drohen Folgeschäden wie Infiltration von Fremdwasser, Exfiltration von Abwasser in den Boden sowie strukturelles Versagen des sanierten Rohrs. Im schlimmsten Fall kann es zu Rohrbrüchen oder Bodensetzungen kommen, die aufwendige und kostspielige Reparaturen nach sich ziehen.
Undichtigkeiten führen dazu, dass Schmutzwasser ins Erdreich gelangt und Grundwasser in die Kanalisation eindringt. Beides ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein ernstes sachliches Problem. Darüber hinaus können nicht gehärtete Bereiche unter hydraulischem Druck nachgeben und zu Verformungen führen, die den Durchfluss beeinträchtigen. Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich: Neben den Kosten für eine Nachsanierung kommen mögliche Haftungsansprüche hinzu, wenn die Schäden auf nachweislich mangelhafte Ausführung zurückzuführen sind. Die Inliner-Rohrsanierungskosten steigen dadurch um ein Vielfaches gegenüber einer von Anfang an sorgfältig durchgeführten Maßnahme.
Wie können Mängel bei der Linerinstallation verhindert werden?
Mängel bei der Linerinstallation lassen sich durch eine sorgfältige Vorbereitung, die Wahl geeigneter Materialien, geschultes Personal und eine konsequente Qualitätskontrolle während des gesamten Prozesses verhindern. Prävention ist dabei deutlich wirtschaftlicher als eine spätere Nachbesserung.
Die wichtigsten Maßnahmen zur Fehlervermeidung im Überblick:
- Gründliche Kanalreinigung vor der Sanierung, um Ablagerungen, Fremdkörper und Restfeuchtigkeit zu entfernen
- TV-Inspektion zur vollständigen Zustandserfassung vor dem Einbau
- Materialauswahl passend zu Rohrdurchmesser, Rohrgeometrie, Belastung und Umgebungstemperatur
- Fachgerechte Lagerung und Transport des Liners, um vorzeitige Reaktionen des Harzes zu verhindern
- Kontrollierter Aushärteprozess mit Überwachung von Temperatur und Zeit
- Schulung des Installationspersonals auf das eingesetzte System und seine spezifischen Anforderungen
- Abnahmeprüfung unmittelbar nach der Installation durch TV-Befahrung und Dichtheitstest
Besonders die Schulung des Personals wird oft unterschätzt. Das Schlauchliner-Verfahren erfordert präzises Arbeiten und ein gutes Verständnis der Materialeigenschaften. Wer regelmäßig an Schulungen teilnimmt, erkennt potenzielle Fehlerquellen frühzeitig und kann gegensteuern, bevor Mängel entstehen.
Wann ist eine Nachbesserung oder Neusanierung notwendig?
Eine Nachbesserung ist notwendig, wenn die TV-Inspektion oder Dichtheitsprüfung nach der Installation Mängel nachweist, die die Funktion oder Dichtheit des Liners beeinträchtigen. Eine Neusanierung wird erforderlich, wenn der Liner großflächig versagt oder strukturell nicht mehr tragfähig ist.
Kleinere Mängel wie einzelne undichte Stellen oder nicht vollständig geöffnete Anschlüsse lassen sich häufig durch partielle Nachbesserungen beheben, zum Beispiel mit einem partiellen Sanierungsverfahren. Größere Mängel wie weitflächige Ablösungen, starke Faltenbildung oder unzureichende Aushärtung über längere Strecken machen hingegen eine vollständige Neusanierung des betroffenen Abschnitts notwendig.
Die Entscheidung zwischen Nachbesserung und Neusanierung hängt von der Art, dem Ausmaß und der Lage des Mangels ab. Entscheidend ist eine ehrliche Bewertung durch erfahrene Fachleute, die sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen Aspekte im Blick haben. Eine frühzeitige Reaktion ist dabei immer günstiger als das Abwarten, bis sich ein kleiner Mangel zu einem größeren Schaden entwickelt hat.
So unterstützen wir bei Mängeln und deren Vermeidung
Als Systemanbieter mit über 50 Jahren Erfahrung in der grabenlosen Rohr- und Kanalsanierung bieten wir bei Bodenbender konkrete Lösungen, um Mängel beim Schlauchliner von vornherein zu vermeiden oder schnell zu beheben. Unser Ansatz ist ganzheitlich: von der Materialentwicklung über die Schulung bis zur Systembegleitung.
- AIRBAGLINER® System: Unser AIRBAGLINER® und die AIRBAGLINER® Blase ermöglichen eine kontrollierte, gleichmäßige Aushärtung und reduzieren das Risiko von Faltenbildung und unvollständiger Härtung deutlich
- Point-Liner® System: Für partielle Sanierungen setzen wir das bewährte Point-Liner® System ein, das sich ideal für die Nachbesserung lokaler Mängel eignet
- Bodenbender Inliner System: Unser Bodenbender Inliner System deckt die Langstreckensanierung ab und ist auf höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards ausgelegt
- Relining Academy: In unserer Relining Academy schulen wir Anwender praxisnah auf den sicheren und korrekten Umgang mit unseren Systemlösungen, um Installationsfehler zu vermeiden
- Persönliche Beratung: Unser Team begleitet dich von der Planung bis zur Abnahme und steht bei Fragen zu Materialwahl, Verfahren und Qualitätssicherung zur Seite
Du möchtest wissen, welches System für deinen konkreten Anwendungsfall am besten geeignet ist oder hast Fragen zu einem bestehenden Sanierungsprojekt? Nimm jetzt Kontakt mit uns auf und wir finden gemeinsam die passende Lösung für dich.
