Ja, ein Abwasserrohr muss vor dem Schlauchlining in der Regel gründlich gereinigt werden. Ablagerungen, Wurzeleinwüchse oder Fremdkörper im Rohr verhindern, dass der Inliner korrekt eingebracht und ausgehärtet werden kann. Die Reinigung ist damit keine optionale Vorstufe, sondern ein technisch notwendiger Schritt für eine dauerhaft erfolgreiche Rohrsanierung mit Inliner-Technik. Im Folgenden erfährst du, welche Verschmutzungen entfernt werden müssen, wie die Reinigung abläuft und wer dafür verantwortlich ist.
Welche Verschmutzungen müssen vor dem Schlauchlining entfernt werden?
Vor dem Schlauchlining müssen alle Ablagerungen, Fremdkörper und Hindernisse entfernt werden, die den gleichmäßigen Kontakt des Inliners mit der Rohrwandung beeinträchtigen könnten. Dazu gehören Fettablagerungen, Kalkbeläge, Sandansammlungen, Wurzeleinwüchse sowie grobe Fremdkörper wie Steine oder Bauschutt. Auch Rissablagerungen oder hervorstehende Scherben müssen beseitigt werden.
Besonders kritisch sind:
- Fett- und Seifenablagerungen: Sie entstehen in Hausanschlüssen und Küchenleitungen und können die Haftung des Liners verhindern.
- Kalk- und Mineralbeläge: Diese harten Ablagerungen verengen das Rohrprofil und müssen mechanisch oder per Hochdruckspülung gelöst werden.
- Wurzeleinwüchse: Baumwurzeln dringen durch undichte Muffen ein und müssen vollständig entfernt werden, da sie den Liner beim Einbringen beschädigen können.
- Fremdkörper und Schutt: Steine, Bauschutt oder eingeschwemmter Sand blockieren den Querschnitt und verhindern das gleichmäßige Anlegen des Schlauchliners.
Je nach Schweregrad der Verschmutzung und Zustand des Rohres sind unterschiedliche Reinigungsverfahren notwendig. Entscheidend ist, dass die Rohrinnenwand nach der Reinigung sauber, glatt und frei von losen Teilen ist, damit der Inliner optimal anliegt und aushärten kann.
Wie wird ein Abwasserrohr vor der Sanierung gereinigt?
Abwasserrohre werden vor dem Schlauchlining in der Regel durch Hochdruckspülung gereinigt. Dabei wird ein spezieller Spülkopf in das Rohr eingeführt, der mit Wasserdrücken von bis zu mehreren hundert Bar arbeitet und Ablagerungen von der Rohrwandung löst. Das gelöste Material wird anschließend abgesaugt und fachgerecht entsorgt.
Bei hartnäckigeren Problemen kommen ergänzende Verfahren zum Einsatz:
- Mechanische Fräsung: Wurzeleinwüchse, hervorstehende Scherben oder verhärtete Ablagerungen werden mit einem Fräskopf entfernt, der ferngesteuert durch das Rohr geführt wird.
- Roboterfräsen: Für präzise Arbeiten in schwer zugänglichen Bereichen, etwa bei Seiteneinläufen oder Muffen, kommen Kanalroboter zum Einsatz.
- Absaugung: Nach der Spülung wird das Schmutzwasser mit einem Saugfahrzeug aus dem Kanal entfernt, damit das Rohr für die Kamerainspektion und den Linereinbau trocken und sauber ist.
Die Wahl des Reinigungsverfahrens hängt vom Rohrdurchmesser, dem Material und der Art der Verschmutzung ab. Bei der Inliner-Rohrsanierung ist eine sorgfältige Reinigung besonders wichtig, weil der Liner direkt an der Rohrwandung anliegen und aushärten muss.
Was passiert, wenn das Rohr vor dem Schlauchlining nicht gereinigt wird?
Wird das Rohr nicht ausreichend gereinigt, kann der Schlauchliner nicht korrekt eingebracht oder ausgehärtet werden. Das Ergebnis sind Hohlräume zwischen Liner und Rohrwandung, ungleichmäßige Wandstärken oder sogar Beschädigungen des Liners während des Einbringens. Im schlimmsten Fall muss die Sanierung wiederholt werden, was die Kosten erheblich erhöht.
Konkrete Risiken bei unzureichender Reinigung sind:
- Mangelnde Haftung: Fett- oder Kalkablagerungen verhindern, dass der Inliner vollflächig an der Rohrwandung anliegt. Es entstehen Hohlräume, die die statische Wirkung des Liners mindern.
- Beschädigung des Liners: Scharfe Kanten, hervorstehende Scherben oder Wurzelreste können den empfindlichen Schlauchliner beim Einziehen oder Aufblasen durchstechen oder einreißen.
- Verringerter Querschnitt: Bleiben Ablagerungen im Rohr, verkleinert sich der lichte Querschnitt nach der Sanierung weiter, was den Abfluss beeinträchtigt.
- Kürzere Lebensdauer: Ein mangelhaft eingebrachter Liner hält deutlich weniger lang als ein korrekt ausgeführter. Die Rohrsanierung mit Inliner ist auf eine Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten ausgelegt, was nur bei einwandfreier Vorbereitung erreicht wird.
Wie wird der Rohrzustand vor dem Schlauchlining überprüft?
Der Rohrzustand wird vor dem Schlauchlining durch eine Kamerainspektion überprüft. Dabei wird eine speziell ausgerüstete Kamera durch das Rohr geführt und zeichnet den Zustand der Innenwandung auf. Diese Inspektion findet sowohl vor als auch nach der Reinigung statt, um sicherzustellen, dass das Rohr für den Linereinbau bereit ist.
Die Kamerainspektion liefert wichtige Informationen:
- Lage und Ausmaß von Rissen, Brüchen oder Verformungen
- Verbliebene Ablagerungen oder Fremdkörper nach der Reinigung
- Zustand der Muffen und Anschlüsse
- Gefälle und Verlauf des Rohres
Auf Basis der Kamerainspektion wird entschieden, ob eine Langstreckensanierung, eine partielle Sanierung mit dem Point-Liner®-System oder eine andere Methode der Inliner-Technik am besten geeignet ist. Die Dokumentation der Inspektion dient außerdem als Nachweis des Ausgangszustands und ist Grundlage für die Abnahme nach der Sanierung. Mehr zu den verfügbaren Sanierungsverfahren und Produkten findest du in unserem Überblick.
Wer ist für die Reinigung vor dem Schlauchlining verantwortlich?
Die Verantwortung für die Reinigung vor dem Schlauchlining liegt beim ausführenden Sanierungsunternehmen oder dem beauftragten Kanaldienstleister. Bei öffentlichen Kanälen ist die zuständige Gemeinde oder der Netzbetreiber verantwortlich, bei privaten Grundstücksleitungen der Grundstückseigentümer. In der Praxis wird die Reinigung meist vom gleichen Unternehmen durchgeführt, das auch die Rohrsanierung übernimmt.
Für Auftraggeber und Eigentümer gilt:
- Bei Privatgrundstücken: Der Eigentümer beauftragt ein Fachunternehmen mit der gesamten Maßnahme, das die Reinigung, Inspektion und Sanierung aus einer Hand anbietet.
- Bei kommunalen Kanälen: Die Gemeinde oder der Abwasserzweckverband beauftragt Fachbetriebe und überwacht die Einhaltung der technischen Normen, zum Beispiel nach DIN EN 13508 oder ATV-Merkblättern.
- Bei Neubauprojekten: Der Bauleiter oder die ausführende Firma ist dafür verantwortlich, dass alle vorbereitenden Schritte dokumentiert und abgenommen werden.
Wichtig ist, dass die Reinigung und Inspektion fachgerecht dokumentiert werden. Nur so lässt sich die Qualität der Rohrsanierung mit Inliner später nachweisen und die Gewährleistung gegenüber dem Auftraggeber sicherstellen.
So unterstützt Bodenbender dich bei der Schlauchlining-Sanierung
Wir bei Bodenbender wissen aus jahrzehntelanger Erfahrung, dass eine erfolgreiche Inliner-Rohrsanierung mit der richtigen Vorbereitung steht und fällt. Als Systemanbieter liefern wir nicht nur die Produkte, sondern begleiten unsere Partner durch den gesamten Prozess.
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