Ein seriöses Kanalsanierungsunternehmen sollte mindestens das RAL-Gütezeichen Kanalbau sowie relevante Zertifizierungen nach DIN EN ISO 9001 vorweisen können. Darüber hinaus sind Nachweise zur Einhaltung der DIN EN 13508 und weiterer fachspezifischer Normen ein verlässliches Qualitätsmerkmal. Wer einen Auftrag für grabenlose Kanalsanierung vergeben möchte, findet in den folgenden Fragen und Antworten einen klaren Orientierungsrahmen.
Welche Normen und Regelwerke bilden die Grundlage für Zertifizierungen?
Die wichtigsten Grundlagen für Zertifizierungen im Bereich der Kanalsanierung sind die europäische Norm DIN EN 13508 sowie das deutsche Regelwerk der DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall). Diese Normen definieren Anforderungen an Zustandserfassung, Bewertung und Sanierungsverfahren für Abwasserleitungen und Kanäle.
Die DIN EN 13508 Kanalsanierung ist dabei besonders relevant: Sie legt europaweit einheitliche Begriffe, Klassifikationen und Verfahren für die Inspektion und Zustandsbeschreibung von Entwässerungssystemen fest. Ergänzt wird sie durch die DIN EN 13380, die allgemeine Anforderungen an Sanierungsverfahren beschreibt, sowie durch die DIN EN 15885, die verschiedene Relining- und Reparaturverfahren klassifiziert.
Auf nationaler Ebene spielen die Arbeitsblätter der DWA eine zentrale Rolle. Das DWA-Merkblatt M 143 umfasst mehrere Teile und regelt unter anderem die Inspektion, die Bewertung und die Sanierungsplanung von Abwasserkanälen. Wer als Unternehmen nach diesen Regelwerken arbeitet und dies durch unabhängige Stellen bestätigen lässt, schafft eine nachvollziehbare Qualitätsbasis für Auftraggeber.
Welche Zertifizierungen sind für Kanalsanierungsunternehmen besonders wichtig?
Die wichtigsten Zertifizierungen für Kanalsanierungsunternehmen sind das RAL-Gütezeichen Kanalbau, die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 sowie fachspezifische Eignungsnachweise für einzelne Sanierungsverfahren. Diese Nachweise belegen, dass ein Unternehmen nicht nur die technischen Anforderungen erfüllt, sondern auch über ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem verfügt.
Im Einzelnen sind folgende Zertifizierungen und Nachweise besonders aussagekräftig:
- RAL-Gütezeichen Kanalbau: Vergeben durch die Gütegemeinschaft Kanalbau, umfasst es strenge Anforderungen an Planung, Ausführung und Dokumentation.
- DIN EN ISO 9001: Allgemeines Qualitätsmanagementsystem, das strukturierte Prozesse und kontinuierliche Verbesserung nachweist.
- Eignungsnachweise für Sanierungsverfahren: Zum Beispiel für Inliner-Verfahren, Kurzliner oder Injektionsverfahren gemäß DIN EN 15885.
- Zertifizierungen für Kanalinspektion: Nachweise über geschultes Personal und geeignete Ausrüstung für die Kanalinspektion nach DIN EN 13508.
- Arbeitsschutz- und Umweltzertifikate: Zum Beispiel nach ISO 14001 (Umweltmanagement) oder ISO 45001 (Arbeitssicherheit).
Gerade bei der grabenlosen Kanalsanierung ist es sinnvoll, gezielt nach verfahrensspezifischen Eignungsnachweisen zu fragen, da die Anforderungen je nach Methode erheblich variieren können.
Was bedeutet das RAL-Gütezeichen Kanalbau in der Praxis?
Das RAL-Gütezeichen Kanalbau ist ein unabhängig vergebenes Qualitätsmerkmal, das Unternehmen bescheinigt, Kanalbauarbeiten nach anerkannten Regeln der Technik auszuführen. Es wird durch die Gütegemeinschaft Kanalbau e.V. verwaltet und setzt regelmäßige Eigen- und Fremdüberwachungen voraus, die durch neutrale Prüfstellen durchgeführt werden.
In der Praxis bedeutet das RAL-Gütezeichen, dass ein Unternehmen:
- seine Arbeiten nach festgelegten Güte- und Prüfbestimmungen dokumentiert,
- regelmäßigen Kontrollen durch externe Sachverständige unterzogen wird,
- sein Personal nachweislich schult und qualifiziert,
- bei Mängeln konsequent nachbessert und Maßnahmen zur Qualitätssicherung ergreift.
Für Auftraggeber aus dem kommunalen Bereich ist das RAL-Gütezeichen häufig eine Mindestvoraussetzung bei der Vergabe von Aufträgen. Es schafft Transparenz und reduziert das Risiko von Qualitätsmängeln bei der Kanalreparatur oder der nachhaltigen Kanalsanierung. Auch bei privaten Auftraggebern wächst das Bewusstsein für diesen Nachweis, weil er eine unabhängige Qualitätskontrolle garantiert.
Woran erkennt man, ob eine Zertifizierung aktuell und gültig ist?
Eine Zertifizierung ist aktuell und gültig, wenn sie ein Ausstellungsdatum und ein Ablaufdatum trägt, von einer akkreditierten Stelle ausgestellt wurde und auf Anfrage beim ausstellenden Institut verifiziert werden kann. Viele Zertifikate haben eine Laufzeit von ein bis drei Jahren und müssen danach erneuert werden.
Konkret kannst du die Gültigkeit einer Zertifizierung so prüfen:
- Zertifikat direkt anfordern: Seriöse Unternehmen stellen Zertifikate auf Anfrage umgehend zur Verfügung.
- Aussteller überprüfen: Prüfe, ob die ausstellende Stelle akkreditiert ist, zum Beispiel durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS).
- Online-Register nutzen: Die Gütegemeinschaft Kanalbau führt ein öffentliches Register mit allen Inhabern des RAL-Gütezeichens.
- Ablaufdatum beachten: Ein abgelaufenes Zertifikat ist kein Qualitätsnachweis mehr, auch wenn das Unternehmen es noch vorzeigt.
- Zertifikatsinhaber prüfen: Das Zertifikat muss auf das ausführende Unternehmen ausgestellt sein, nicht auf eine Muttergesellschaft oder einen Verband.
Gerade bei Aufträgen für Kanalschachtsanierung oder Kanal-Punktreparatur lohnt es sich, diesen Schritt nicht zu überspringen, da die Qualität der Ausführung direkt von der Kompetenz des Unternehmens abhängt.
Sollte man bei der Auftragsvergabe ausschließlich zertifizierte Unternehmen berücksichtigen?
Ja, bei der Vergabe von Kanalsanierungsaufträgen sollte man grundsätzlich nur zertifizierte Unternehmen berücksichtigen. Zertifizierungen sind kein bürokratisches Beiwerk, sondern ein konkreter Nachweis dafür, dass ein Unternehmen nach anerkannten Standards arbeitet, sein Personal schult und sich regelmäßigen Kontrollen unterwirft.
Gerade bei der grabenlosen Kanalsanierung, bei der Fehler oft erst nach Jahren sichtbar werden, ist ein zertifiziertes Unternehmen eine erheblich sicherere Wahl. Die Kosten für Kanalreinigung, Kanalinspektion oder eine vollständige Kanalsanierung können erheblich sein. Eine schlechte Ausführung zieht Folgeschäden nach sich, die diese Kosten schnell um ein Vielfaches übersteigen.
Allerdings gilt: Zertifizierungen allein sind kein Garant für fehlerfreie Arbeit. Sie sollten ergänzt werden durch:
- Referenzen aus vergleichbaren Projekten,
- transparente Angebote mit klar beschriebenen Leistungsumfängen,
- nachvollziehbare Dokumentation der eingesetzten Verfahren und Materialien,
- eine klare Kommunikation zu Gewährleistung und Nachbesserung.
Im kommunalen Bereich ist die Berücksichtigung ausschließlich zertifizierter Unternehmen häufig vergaberechtlich vorgeschrieben. Für private Auftraggeber ist sie eine kluge Entscheidung, die langfristig Kosten spart und Qualität sichert.
So unterstützt dich Bodenbender bei der Kanalsanierung
Als Systemanbieter mit mehr als 50 Jahren Erfahrung in der Kanalinstandhaltung kennen wir die Anforderungen an eine professionelle, normgerechte Kanalsanierung aus erster Hand. Unsere zertifizierten Systemlösungen, darunter der PL-Inliner, der PL-PointLiner und der Airbagliner, entsprechen den höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards und sind speziell für die grabenlose Kanalsanierung entwickelt.
Hier ist, was wir für dich leisten:
- Zertifizierte Systemlösungen für Langstreckensanierung, partielle Sanierung, Einlaufsanierung, Inhouse-Sanierung und Schachtsanierung
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