Ein Schlauchliner-System sollte mindestens eine DIBt-Zulassung (Deutsches Institut für Bautechnik) sowie eine Übereinstimmung mit den einschlägigen DIN-Normen, insbesondere DIN EN ISO 11296, vorweisen. Diese Nachweise belegen, dass das System geprüft, sicher und für den dauerhaften Einsatz im Kanal geeignet ist. Im Folgenden erfährst du, welche Zertifizierungen im Detail relevant sind und worauf du bei der Auswahl achten solltest.
Welche Normen und Regelwerke gelten für Schlauchliner?
Für Schlauchliner gelten in Deutschland vor allem die DIN EN ISO 11296 (Sanierung von erdverlegten drucklosen Entwässerungssystemen) sowie die dazugehörigen Teilnormen. Ergänzend dazu sind das DWA-Regelwerk, insbesondere das Merkblatt DWA-M 143, und die allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen des DIBt maßgeblich. Diese Regelwerke definieren Anforderungen an Materialien, Verarbeitung und Qualitätssicherung beim Schlauchlining.
Das DWA-Regelwerk richtet sich primär an Betreiber und ausführende Unternehmen und beschreibt, wie Sanierungsmaßnahmen geplant, durchgeführt und dokumentiert werden müssen. Die DIN-Normen hingegen legen technische Mindestanforderungen an die Produkte selbst fest. Wer ein Inliner-System einsetzt, das beiden Anforderungsebenen entspricht, ist auf der sicheren Seite, sowohl gegenüber dem Auftraggeber als auch gegenüber Behörden.
Was bedeutet eine DIBt-Zulassung für ein Schlauchliner-System?
Eine DIBt-Zulassung ist eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ), die das Deutsche Institut für Bautechnik in Berlin erteilt. Sie bestätigt, dass ein Schlauchliner-System unabhängig geprüft wurde und die Anforderungen der deutschen Bauordnungen erfüllt. Ohne diese Zulassung darf ein System in vielen öffentlichen Ausschreibungen gar nicht erst eingesetzt werden.
Das DIBt prüft dabei unter anderem die statische Tragfähigkeit des Liners, seine Dichtheit, die Beständigkeit gegenüber Abwasserinhaltsstoffen sowie die Langzeitstabilität. Die Zulassung ist zeitlich befristet und muss regelmäßig erneuert werden, ein Zeichen dafür, dass der Hersteller kontinuierlich Qualitätsstandards einhalten muss. Für dich als Anwender bedeutet eine gültige DIBt-Zulassung: Das System ist nicht nur theoretisch geprüft, sondern praxistauglich bewertet.
Welche weiteren Zertifikate sind für Schlauchliner relevant?
Neben der DIBt-Zulassung gibt es weitere Zertifikate, die die Qualität eines Schlauchliner-Systems belegen. Dazu gehören ISO 9001 (Qualitätsmanagementsystem des Herstellers), DIBt-geprüfte Fremdüberwachung sowie produktspezifische Prüfberichte anerkannter Prüfinstitute wie MPA oder KIWA.
Folgende Nachweise sind in der Praxis besonders relevant:
- ISO 9001-Zertifizierung: Belegt ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem beim Hersteller
- Fremdüberwachung durch akkreditierte Stellen: Unabhängige, regelmäßige Kontrolle der Produktionsprozesse
- Prüfberichte nach DIN EN ISO 11296: Dokumentieren Materialeigenschaften wie Biegefestigkeit, Druckfestigkeit und chemische Beständigkeit
- CE-Kennzeichnung: Für bestimmte Produktkategorien vorgeschrieben und ein Mindestnachweis für den europäischen Markt
Gute Hersteller stellen diese Unterlagen auf Anfrage vollständig zur Verfügung. Wer zögert oder ausweicht, sollte kritisch hinterfragt werden.
Wie unterscheiden sich Zertifizierungen für verschiedene Sanierungsverfahren?
Die Anforderungen an Zertifizierungen variieren je nach Sanierungsverfahren und Einsatzbereich. Ein Schlauchliner für die Langstreckensanierung unterliegt anderen Prüfanforderungen als ein partieller Inliner für punktuelle Schadstellen oder ein System für die Einlaufsanierung.
Bei der Langstreckensanierung stehen statische Anforderungen und Dichtheit über lange Rohrabschnitte im Vordergrund. Für partielle Sanierungsverfahren, also die Reparatur einzelner Schadstellen, sind vor allem Haftungseigenschaften und die Kompatibilität mit dem Altrohr entscheidend. Systeme für die Schachtsanierung wiederum müssen besonderen Anforderungen an Druckbeständigkeit und Oberflächenhaftung genügen.
Achte deshalb darauf, dass die vorliegenden Zertifikate tatsächlich für das Verfahren ausgestellt wurden, das du einsetzen möchtest. Eine allgemeine Zulassung ersetzt keine verfahrensspezifische Prüfung.
Woran erkennst du ein seriöses Schlauchliner-System ohne Zertifizierung?
Ein seriöses Schlauchliner-System ohne vollständige Zertifizierung ist in Deutschland kaum vorstellbar und sollte es auch nicht sein. Fehlen Zulassungen oder Prüfnachweise, ist das ein deutliches Warnsignal. Dennoch gibt es Merkmale, die auf Qualität hindeuten, wenn einzelne Nachweise gerade in Erneuerung sind.
Achte auf folgende Indikatoren:
- Transparente Dokumentation: Der Hersteller liefert lückenlose technische Unterlagen, Prüfberichte und Verarbeitungshinweise
- Langjährige Referenzen: Nachweisbare Projekte mit vergleichbaren Anforderungen belegen praktische Bewährung
- Schulungsangebote: Hersteller, die in die Ausbildung ihrer Anwender investieren, stehen hinter ihren Produkten
- Aktive Normenmitarbeit: Engagement in Fachgremien wie DWA oder GSTT zeigt fachliche Kompetenz
Grundsätzlich gilt: Verlasse dich nicht allein auf Eigenwerbung. Lass dir Prüfberichte im Original zeigen und verifiziere die Gültigkeit von Zulassungen direkt beim DIBt.
Welche Fragen solltest du einem Hersteller zu Zertifizierungen stellen?
Wer ein Schlauchliner-System beschaffen oder einsetzen möchte, sollte gezielt nachfragen. Die richtigen Fragen helfen dir, seriöse Anbieter von unseriösen zu unterscheiden und rechtliche Risiken zu vermeiden.
Stelle einem Hersteller mindestens diese Fragen:
- Welche DIBt-Zulassungen liegen vor, und bis wann sind sie gültig?
- Für welche Nennweiten, Materialien und Verfahren gelten die Zulassungen konkret?
- Gibt es eine laufende Fremdüberwachung durch eine akkreditierte Prüfstelle?
- Welche Prüfberichte nach DIN EN ISO 11296 können vorgelegt werden?
- Wie wird die Qualitätssicherung während der Produktion dokumentiert?
- Bietet das Unternehmen Schulungen zur korrekten Verarbeitung an?
Ein Hersteller, der diese Fragen klar und vollständig beantworten kann, gibt dir die Sicherheit, die du für eine professionelle Inliner-Sanierung brauchst.
Wie wir bei Bodenbender zertifizierte Schlauchliner-Systeme bereitstellen
Bei Bodenbender legen wir größten Wert auf lückenlose Zertifizierung und Qualitätssicherung. Unsere Systemlösungen sind gezielt für den professionellen Einsatz in der grabenlosen Kanalsanierung entwickelt und entsprechen den geltenden Normen und Zulassungsanforderungen. Hier ist, was wir dir bieten:
- Zertifizierte Systemlösungen: Das Point-Liner® System und der AIRBAGLINER® sind auf höchste Qualitäts- und Sicherheitsstandards ausgelegt
- Vollständige Dokumentation: Wir stellen dir alle relevanten Prüfberichte, Zulassungen und technischen Unterlagen bereit
- Schulung und Begleitung: Über unsere Relining Academy schulen wir Anwender im sicheren Umgang mit unseren Systemen
- Individuelle Beratung: Wir helfen dir, das richtige System für dein konkretes Sanierungsvorhaben auszuwählen, von der Langstreckensanierung bis zur partiellen Inliner-Sanierung
- Langjährige Erfahrung: Seit mehr als 50 Jahren sind wir in der Kanalinstandhaltung tätig und kennen die Anforderungen aus der Praxis
Du möchtest wissen, welches Schlauchliner-System für dein Projekt das richtige ist und welche Zertifikate vorliegen? Nimm jetzt Kontakt auf, wir beraten dich persönlich und unkompliziert.
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