Mit Schlauchlining lassen sich viele der häufigsten Rohrschäden effektiv sanieren, ohne dass du dafür aufwendige Erdarbeiten brauchst. Das Verfahren eignet sich besonders für Risse, Undichtigkeiten, Inkrustierungen und leichte Verformungen in Abwasserrohren und Kanälen. In diesem Artikel beantwortest du dir alle wichtigen Fragen rund um das Schlauchliner-Verfahren, von geeigneten Schadensbildern bis hin zu den Grenzen der Methode.
Welche Rohrschäden sind für Schlauchlining geeignet?
Schlauchlining eignet sich für eine breite Palette typischer Rohrschäden, darunter Längs- und Querrisse, Undichtigkeiten an Rohrverbindungen, Einwurzelungen, Korrosionsschäden sowie leichte bis mittelschwere Verformungen. Das Inliner-Verfahren bringt einen flexiblen, harzbeschichteten Schlauch in das beschädigte Rohr ein, der dort aushärtet und eine neue, stabile Innenschicht bildet.
Konkret lassen sich mit dem Schlauchliner-Verfahren folgende Schadensbilder sanieren:
- Risse und Brüche: Längs-, Quer- und Scherbenrisse, solange die Rohrstruktur noch ausreichend stabil ist
- Undichte Muffen und Verbindungen: Fehlende oder defekte Dichtungen zwischen Rohrsegmenten
- Einwurzelungen: Feinwurzeln, die durch Risse eingedrungen sind, können vor der Sanierung gefräst und anschließend mit Schlauchlining versiegelt werden
- Korrosion: Durch Säuren oder Schwefelwasserstoff angegriffene Rohrwandungen, besonders bei Betonrohren
- Leichte Verformungen: Ovalisierungen, die die Mindestdurchgangsgröße für den Liner noch nicht unterschreiten
- Inkrustierungen: Nach vorheriger Reinigung können auch stark verschmutzte Rohre mit einem Inliner saniert werden
Die Rohrsanierung mit Inliner ist damit eine der vielseitigsten grabenlosen Methoden, die du einsetzen kannst.
Welche Rohrmaterialien lassen sich mit Schlauchlining sanieren?
Das Schlauchliner-Verfahren funktioniert mit nahezu allen gängigen Rohrmaterialien. Ob Beton, Steinzeug, Guss, Stahl, PVC oder Polyethylen, der Inliner haftet nach dem Aushärten zuverlässig an der Rohrinnenwand und schafft eine glatte, dichte neue Oberfläche.
Besonders häufig kommt die Inliner-Sanierung bei folgenden Materialien zum Einsatz:
- Betonrohre: Sehr verbreitet in älteren Kanalsystemen und besonders anfällig für Korrosion durch Schwefelwasserstoff
- Steinzeugrohre: Klassisches Material in der Hausanschlusstechnik, gut geeignet für Schlauchlining
- Guss- und Stahlleitungen: Häufig in industriellen Anlagen oder älteren Trinkwasserleitungen
- Kunststoffrohre (PVC, PE): Auch bei bereits vorhandenen Kunststoffrohren kann eine Inliner-Rohrsanierung sinnvoll sein, etwa bei Rissen durch Setzungen
Entscheidend ist nicht das Material, sondern der Zustand des Rohres und die Geometrie des Querschnitts. Runde, ovale und eiförmige Profile lassen sich in der Regel problemlos mit einem Schlauchliner sanieren.
Wie schwer darf ein Schaden sein, damit Schlauchlining noch funktioniert?
Schlauchlining funktioniert noch zuverlässig, wenn das Rohr zwar beschädigt, aber in seiner Grundstruktur noch tragfähig ist. Sobald das Rohr vollständig kollabiert, stark versetzt oder so stark deformiert ist, dass kein Liner mehr eingebracht werden kann, stößt das Verfahren an seine Grenzen.
Als Faustregel gilt: Wenn das Rohr noch mindestens 50 bis 70 Prozent seiner ursprünglichen Form behält und keine vollständigen Einstürze vorliegen, ist eine Sanierung mit Inliner-Technik in den meisten Fällen möglich. Vorab ist jedoch immer eine Kamerainspektion notwendig, um den genauen Schadensgrad zu beurteilen.
Für lokale Schäden, also einzelne Risse oder undichte Muffen an einer bestimmten Stelle, bieten sich partielle Verfahren an, sogenannte Kurzliner oder Punktsanierungen. Bei längeren Schadensstrecken kommt dagegen der Schlauchliner als Langstreckensanierung zum Einsatz.
Was sind die Unterschiede zwischen Schlauchlining und anderen grabenlosen Verfahren?
Schlauchlining ist ein Relining-Verfahren, bei dem ein flexibler Schlauch in das Altrohr eingebracht und dort ausgehärtet wird. Es unterscheidet sich von anderen grabenlosen Methoden vor allem in der Anwendungsbreite, der Schadenstauglichkeit und dem Ergebnis.
Schlauchlining im Vergleich zur Punktsanierung
Während Schlauchlining ganze Rohrstrecken saniert, setzt die Punktsanierung gezielt an einzelnen Schadstellen an. Ein Kurzliner oder Hutprofil wird nur dort eingebracht, wo der Schaden lokalisiert ist. Das ist kostengünstiger, wenn nur eine einzelne Muffe oder ein kleiner Riss vorliegt. Bei mehreren Schäden entlang einer Strecke ist der Schlauchliner wirtschaftlicher.
Schlauchlining im Vergleich zur Rohrinnenbeschichtung
Die Rohrinnenbeschichtung trägt eine Schutzschicht auf die bestehende Rohrwand auf, ohne einen separaten Liner einzubringen. Sie eignet sich eher zur Vorbeugung oder bei sehr leichten Schäden. Der Schlauchliner hingegen bringt eine vollständig neue, statisch tragende Rohrschale ein und eignet sich auch bei stärkeren Schäden.
Wie läuft eine Schlauchlining-Sanierung nach einem Kanalschaden ab?
Eine Inliner-Rohrsanierung folgt einem klar strukturierten Ablauf, der sich in wenigen Schritten zusammenfassen lässt. Die gesamte Sanierung ist in der Regel innerhalb eines Tages abgeschlossen, ohne dass du Straßen aufreißen oder Gärten aufgraben musst.
- Kamerainspektion: Zunächst wird das Rohr per Kamera untersucht, um Lage, Art und Ausmaß der Schäden zu dokumentieren
- Reinigung: Das Rohr wird gründlich gereinigt, Ablagerungen, Wurzeln und Rückstände werden entfernt
- Vorbereitung des Liners: Der Schlauch wird mit einem geeigneten Harz getränkt und für den Einbau vorbereitet
- Einbringen des Liners: Der Schlauch wird per Invertierung oder Zugverfahren in das Rohr eingebracht
- Aushärtung: Der Liner wird durch UV-Licht, Dampf oder Umgebungstemperatur ausgehärtet und nimmt die Form des Rohres an
- Abschlusskontrolle: Eine abschließende Kamerabefahrung bestätigt die erfolgreiche Sanierung und die Dichtheit des neuen Inliners
Die Inliner-Sanierung ist damit deutlich schneller und weniger aufwendig als eine offene Baumaßnahme und verursacht kaum Beeinträchtigungen für Anwohner oder den Straßenverkehr.
Wann ist Schlauchlining nicht die richtige Lösung?
Schlauchlining ist nicht geeignet, wenn das Rohr vollständig kollabiert ist, starke Versätze vorliegen oder der verbleibende Innendurchmesser nach der Sanierung nicht mehr den hydraulischen Anforderungen genügt. Auch bei sehr starken Querschnittsverformungen oder wenn Anschlüsse nicht mehr zugänglich sind, kann das Verfahren an seine Grenzen stoßen.
Weitere Situationen, in denen du eine Alternative prüfen solltest:
- Das Rohr ist vollständig eingebrochen oder weist einen Totalausfall auf
- Starke Versätze zwischen einzelnen Rohrsegmenten machen den Einbau eines Liners unmöglich
- Die Nennweite nach dem Einbau des Liners würde zu gering für den anfallenden Abfluss sein
- Das Rohr liegt in einem Bereich, der ohnehin aus anderen Gründen aufgegraben werden muss
- Chemische Belastungen im Abwasser sind so extrem, dass kein Standardharz standhält
In solchen Fällen kommen alternative grabenlose Verfahren oder in letzter Konsequenz eine offene Erneuerung in Betracht. Eine fachkundige Inspektion ist immer der erste Schritt, um die richtige Entscheidung zu treffen.
So helfen wir dir bei der Schlauchlining-Sanierung
Wir bei Bodenbender entwickeln und liefern Systemlösungen, die speziell für die grabenlose Rohr- und Kanalsanierung konzipiert sind. Wenn du vor einem Kanalschaden stehst und wissen möchtest, welches Verfahren für deine Situation am besten passt, stehen wir dir mit Erfahrung, Technik und Know-how zur Seite.
Unser Angebot umfasst unter anderem:
- AIRBAGLINER®: Unser bewährtes System für die Langstreckensanierung mit höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards
- Point-Liner® System: Die ideale Lösung für partielle Schäden und gezielte Punktsanierungen
- Bodenbender Inliner System: Für vielseitige Einsätze in der Rohrsanierung mit Inliner-Technik
- Bodenbender PointHat System: Speziell für die Sanierung von Einläufen und Anschlussbereichen
- Individuelle Beratung zu Verfahren, Materialien und Kosten der Inliner-Rohrsanierung
- Schulungen über unsere Relining Academy für den sicheren Umgang mit unseren Systemen
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