Behandschuhte Hand inspiziert verrostete Rohrverbindung im Keller mit Taschenlampe, umgeben von verwittertem Beton und korrodierten Stahlrohren.

Was muss man bei der Rohrsanierung in einem Keller beachten?

/ Anna Gerlach

Bei der Rohrsanierung im Keller musst du vor allem auf den Zustand der Rohre, das passende Sanierungsverfahren und die nötigen Genehmigungen achten. Besonders in älteren Gebäuden sind Kellerrohre aus Gusseisen, Steinzeug oder frühen Kunststoffen häufig korrodiert, rissig oder verstopft. In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die Rohrsanierung im Keller – von der Diagnose bis zur Kostenfrage.

Welche Rohre im Keller sind besonders sanierungsbedürftig?

Im Keller sind vor allem Abwasserrohre, Grundleitungen und Hausanschlussleitungen sanierungsbedürftig. Rohre aus Gusseisen, altem PVC oder Steinzeug, die älter als 30 bis 40 Jahre sind, zeigen häufig Risse, Korrosion, Wurzeleinwuchs oder Ablagerungen. Besonders kritisch sind Leitungen, die direkt im Boden oder in der Kellerwand verlaufen, da Schäden hier lange unentdeckt bleiben.

Typische Warnsignale für sanierungsbedürftige Kellerrohre sind:

  • Wiederkehrende Verstopfungen trotz Reinigung
  • Feuchtigkeitsschäden oder Schimmel an Kellerwänden
  • Unangenehme Gerüche aus dem Abfluss
  • Sichtbare Risse oder Verformungen an zugänglichen Rohrabschnitten
  • Druckverlust bei Trinkwasserleitungen

Bevor du Maßnahmen einleitest, empfiehlt sich eine professionelle Kamerainspektion. Sie zeigt genau, wo und wie stark die Schäden sind, und bildet die Grundlage für die Wahl des richtigen Sanierungsverfahrens.

Welche Sanierungsverfahren eignen sich für Kellerrohre?

Für Kellerrohre eignen sich vor allem grabenlose Verfahren wie die Inliner Rohrsanierung (Schlauchlining), die partielle Rohrsanierung sowie das Kurzliner-Verfahren. Diese Methoden kommen ohne aufwendige Stemm- oder Erdarbeiten aus und sind besonders dann sinnvoll, wenn Rohre im Boden oder in Wänden verlaufen und schwer zugänglich sind.

Inliner Rohrsanierung (Schlauchlining)

Bei der grabenlosen Rohrsanierung per Schlauchlining wird ein mit Kunstharz getränkter Inliner in das defekte Rohr eingebracht und dort ausgehärtet. Das Ergebnis ist ein neues, nahtloses Rohr im Rohr. Dieses Verfahren eignet sich besonders für längere Rohrabschnitte und bietet eine hohe Dichtigkeit sowie eine lange Lebensdauer. Der PL-Inliner ist ein bewährtes System für genau solche Anwendungen.

Partielle Rohrsanierung

Die partielle Rohrsanierung kommt zum Einsatz, wenn nur einzelne Schadstellen repariert werden müssen, das Rohr insgesamt aber noch in einem akzeptablen Zustand ist. Dabei wird ein kurzer Kurzliner gezielt an der beschädigten Stelle positioniert und ausgehärtet. Das spart Zeit und Kosten, da nicht der gesamte Rohrstrang erneuert werden muss.

Welche Vorarbeiten sind vor einer Kellersanierung nötig?

Vor einer Rohrsanierung im Keller sind eine Kamerainspektion, eine gründliche Rohrreinigung und eine genaue Bestandsaufnahme des Rohrsystems zwingend erforderlich. Ohne diese Vorarbeiten lässt sich weder das richtige Verfahren auswählen noch eine dauerhafte Sanierung gewährleisten.

Die wichtigsten Vorarbeiten im Überblick:

  1. Kamerainspektion: Dokumentiert Schadensart, Schadensort und Ausmaß der Schäden.
  2. Hochdruckreinigung: Entfernt Ablagerungen, Fette und Wurzeln, damit der Inliner oder Kurzliner optimal haften kann.
  3. Bestandsaufnahme: Rohrdurchmesser, Rohrmaterial und Leitungsführung müssen bekannt sein, um das passende Sanierungssystem auszuwählen.
  4. Absperrung der Leitung: Während der Sanierung muss der betroffene Rohrabschnitt außer Betrieb genommen werden.

In Mehrfamilienhäusern oder Mietobjekten solltest du außerdem frühzeitig alle Bewohner informieren, da die Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung zeitweise eingeschränkt sein kann.

Was kostet eine Rohrsanierung im Keller?

Die Kosten für eine Rohrsanierung im Keller hängen stark vom Verfahren, der Rohrlänge und dem Schadensausmaß ab. Grob lässt sich sagen: Partielle Sanierungen einzelner Schadstellen sind deutlich günstiger als eine vollständige Lining-Sanierung ganzer Rohrstränge. Offene Baumaßnahmen mit Stemm- und Wiederherstellungsarbeiten können die Kosten erheblich in die Höhe treiben.

Folgende Faktoren beeinflussen den Preis maßgeblich:

  • Länge und Durchmesser des zu sanierenden Rohrs
  • Art und Ausmaß des Schadens
  • Gewähltes Sanierungsverfahren (partiell vs. Langstreckensanierung)
  • Zugänglichkeit der Rohre im Keller
  • Notwendigkeit von Vor- oder Nacharbeiten wie Reinigung oder Inspektion

Grabenlose Verfahren sind in vielen Fällen trotz höherer Materialkosten günstiger als offene Baumaßnahmen, weil teure Stemm-, Tiefbau- und Wiederherstellungsarbeiten entfallen. Lass dir daher immer mehrere Angebote einholen und bestehe darauf, dass eine Kamerainspektion vor der Angebotsstellung durchgeführt wird.

Wer darf eine Rohrsanierung im Keller durchführen?

Eine Rohrsanierung im Keller darf nur von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden. Für Abwasserleitungen gelten in Deutschland die Anforderungen der DIN EN ISO 11295 sowie länderspezifische Vorschriften. Trinkwasserleitungen unterliegen zusätzlich der Trinkwasserverordnung und dürfen nur von zugelassenen Installationsbetrieben saniert werden.

Für die grabenlose Rohrsanierung mit Lining-Verfahren ist außerdem eine spezielle Ausbildung und Zertifizierung der ausführenden Fachkräfte erforderlich. Achte bei der Auftragsvergabe darauf, dass der Betrieb:

  • Nachweise über Zertifizierungen und Schulungen vorlegen kann
  • Erfahrung mit dem eingesetzten Sanierungsverfahren hat
  • Eine Abnahmeprüfung (z. B. Dichtheitsprüfung) nach der Sanierung anbietet
  • Die Arbeiten dokumentiert und ein Sanierungsprotokoll übergibt

Heimwerker-Lösungen sind bei Abwasser- und Trinkwasserleitungen in der Regel nicht zulässig und können im Schadensfall zu Problemen mit der Versicherung führen.

Wie lange hält eine sanierte Kellerrohrleitung?

Eine fachgerecht sanierte Kellerrohrleitung hält bei grabenloser Rohrsanierung mit modernen Inliner-Systemen in der Regel 50 Jahre und länger. Die Lebensdauer hängt von der Qualität des eingesetzten Materials, der sorgfältigen Vorbehandlung und der korrekten Verarbeitung ab.

Entscheidend für die Langlebigkeit sind:

  • Gründliche Reinigung und Vorbereitung des Rohrs vor der Sanierung
  • Einsatz zertifizierter Materialien nach aktuellen Normen
  • Fachgerechte Verarbeitung durch geschultes Personal
  • Regelmäßige Inspektionen nach der Sanierung

Partielle Sanierungen mit Kurzlinern erzielen bei korrekter Ausführung ebenfalls sehr lange Standzeiten. Wichtig ist, dass nach der Sanierung eine Dichtheitsprüfung durchgeführt wird, die die Qualität der Arbeit bestätigt und als Dokumentation dient.

So hilft Bodenbender bei der Rohrsanierung im Keller

Wir bei Bodenbender sind seit über 50 Jahren im Bereich der Kanal- und Rohrsanierung tätig und bieten dir als Fachbetrieb oder Anwender alles, was du für eine erfolgreiche Kellersanierung benötigst. Unser Portfolio deckt alle relevanten Verfahren und Anwendungsfälle ab:

  • PL-Inliner: Zertifiziertes Inliner-System für die Langstreckensanierung und grabenlose Rohrsanierung ganzer Rohrstränge
  • PL-PointLiner: Bewährtes System für die partielle Rohrsanierung einzelner Schadstellen
  • Airbagliner: Flexibles Verfahren für anspruchsvolle Geometrien und schwer zugängliche Bereiche
  • Schulungen und Zertifizierungen: Über unsere Relining Academy bilden wir Anwender gezielt für den sicheren Einsatz unserer Systemlösungen aus
  • Beratung und Support: Wir begleiten dich von der Planung bis zur Umsetzung

Ob du als Fachbetrieb unsere Produkte einsetzen möchtest oder als Auftraggeber einen verlässlichen Partner suchst: Wir stehen dir mit Erfahrung, Technik und Know-how zur Seite. Nimm jetzt Kontakt auf und lass uns gemeinsam die beste Lösung für deine Kellersanierung finden.

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