Harzbeschichteter Linerschlauch wird in eine verwitterte Betonkanalisation eingeführt, Querschnitt eines Abwasserrohrs im Hintergrund sichtbar.

Wann eignet sich Schlauchlining für die Kanalsanierung – und wann nicht?

/ Anna Gerlach

Schlauchlining eignet sich für die Kanalsanierung dann, wenn ein Rohr strukturell noch ausreichend intakt ist, um als Träger für einen neuen Inliner zu dienen, und wenn der Schaden über eine längere Strecke verläuft. Es ist eines der meistgenutzten grabenlosen Verfahren, weil es schnell, kosteneffizient und ohne großen Eingriff in die Oberfläche umgesetzt werden kann. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Einsatzmöglichkeiten, Grenzen und Wirtschaftlichkeit des Schlauchliner-Verfahrens.

Unter welchen Bedingungen ist Schlauchlining technisch möglich?

Schlauchlining ist technisch möglich, wenn das zu sanierende Rohr noch eine ausreichende Restfestigkeit besitzt, keine vollständigen Einstürze vorliegen und der Querschnitt für das Einziehen des Schlauchliner-Systems zugänglich ist. Der Rohrdurchmesser, der Leitungsverlauf und die Anzahl der Bögen spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Grundsätzlich lässt sich das Schlauchliner-Verfahren in einem weiten Durchmesserbereich einsetzen, typischerweise ab DN 100 bis in den Großprofilbereich. Voraussetzung ist, dass der Schlauch in das Rohr eingebracht werden kann, sei es durch Einziehen oder Eindrücken. Starke Richtungswechsel, sehr enge Bögen oder stark verformte Querschnitte können den Einbau erschweren oder unmöglich machen.

Vor jeder Inliner-Rohrsanierung steht eine Kamerainspektion. Sie zeigt, ob das Rohr für das Schlauchliner-Verfahren geeignet ist, wo Hindernisse liegen und wie stark der Schaden ausgeprägt ist. Ohne diesen Schritt lässt sich keine verlässliche Entscheidung über das geeignete Sanierungsverfahren treffen.

Für welche Schadensbilder ist Schlauchlining geeignet?

Schlauchlining eignet sich besonders für Risse, Scherbenbildung, Rohrwandkorrosion, undichte Muffen und beginnende Verformungen über längere Rohrabschnitte. Der Schlauchliner legt sich eng an die vorhandene Rohrwand an und bildet so ein neues, hydraulisch glattes Innenprofil.

Das Verfahren ist ideal, wenn der Schaden nicht punktuell, sondern über mehrere Meter verteilt ist. Typische Einsatzsituationen sind:

  • Längsrisse und Querrisse ohne vollständigen Querschnittsverlust
  • Undichte oder verschobene Rohrverbindungen entlang einer Haltung
  • Korrosionsschäden in Beton- oder Steinzeugrohren
  • Beginnende Infiltration von Fremdwasser durch undichte Stellen
  • Allgemeine Alterungsschäden bei älteren Leitungsnetzen

Wichtig ist, dass keine massiven Ablagerungen oder Wurzeleinwüchse mehr vorhanden sind, wenn der Schlauchliner eingebaut wird. Diese müssen vorab durch Reinigung und gegebenenfalls Fräsarbeiten beseitigt werden.

Wann stößt Schlauchlining an seine Grenzen?

Schlauchlining stößt an seine Grenzen, wenn das Rohr vollständig eingestürzt ist, der Querschnitt durch Verformung oder Ablagerungen nicht mehr zugänglich ist oder wenn punktuelle Einzelschäden eine gezieltere Reparaturmethode erfordern. In diesen Fällen sind andere Verfahren wirtschaftlicher oder technisch notwendig.

Konkret scheidet Schlauchlining aus, wenn:

  • Das Rohr so stark deformiert ist, dass der Schlauch nicht eingebracht werden kann
  • Komplette Rohrabschnitte fehlen oder eingebrochen sind
  • Nur ein einzelner, klar abgegrenzter Schaden vorliegt, der partiell behoben werden könnte
  • Anschlüsse oder Einläufe eine spezielle Behandlung erfordern, die der Schlauch nicht leisten kann
  • Die Nennweite außerhalb des verfahrenstechnisch möglichen Bereichs liegt

Für punktuelle Schäden bieten sich Kurzliner oder partielle Sanierungsverfahren an. Diese arbeiten gezielter und sind in solchen Situationen kostengünstiger als eine vollständige Inliner-Sanierung.

Wie unterscheidet sich Schlauchlining von anderen grabenlosen Verfahren?

Schlauchlining ist ein Relining-Verfahren, bei dem ein mit Kunstharz getränkter Schlauch in das bestehende Rohr eingebracht und dort ausgehärtet wird. Im Unterschied zu partiellen Verfahren wie dem Kurzliner oder dem Hutprofil deckt es ganze Haltungen ab, während Schachtsanierungen und Einlaufsanierungen gezielt einzelne Punkte behandeln.

Schlauchlining vs. partielle Sanierung

Beim Schlauchliner-Verfahren wird die gesamte Rohrlänge zwischen zwei Schächten ausgekleidet. Partielle Verfahren wie der Point-Liner hingegen reparieren gezielt einzelne Schadstellen, ohne die gesamte Haltung zu behandeln. Die Wahl hängt davon ab, ob der Schaden lokal begrenzt oder über die ganze Strecke verteilt ist.

Schlauchlining vs. Berstlining

Beim Berstlining wird das alte Rohr aufgebrochen und gleichzeitig ein neues Rohr eingezogen. Dieses Verfahren eignet sich, wenn das Altrohr vollständig erneuert werden muss oder wenn eine Querschnittserweiterung gewünscht ist. Schlauchlining nutzt hingegen das vorhandene Rohr als Träger und reduziert den Innendurchmesser geringfügig, was bei den meisten Anwendungen hydraulisch unbedenklich ist.

Welche Faktoren entscheiden über die Wirtschaftlichkeit von Schlauchlining?

Die Wirtschaftlichkeit von Schlauchlining hängt vor allem von der Länge des zu sanierenden Abschnitts, dem Rohrdurchmesser, den Zugangsbedingungen und dem Zustand des Rohres ab. Je länger die Haltung und je schwieriger der Oberflächenzugang, desto deutlicher spielt das Verfahren seinen Kostenvorteil gegenüber offener Bauweise aus.

Zu den wichtigsten Kostenfaktoren gehören:

  • Rohrlänge: Längere Haltungen verteilen die Rüstkosten auf mehr Meter und senken den spezifischen Preis pro Meter.
  • Durchmesser: Größere Nennweiten erfordern mehr Material und erhöhen den Materialanteil an den Inliner-Rohrsanierungskosten.
  • Vorarbeiten: Intensive Reinigung, Fräsarbeiten oder Vorschäden erhöhen den Aufwand vor dem eigentlichen Einbau.
  • Lage und Tiefe: Rohre unter stark belastetem Untergrund, Gleisanlagen oder in großer Tiefe erfordern mehr Vorbereitung.
  • Aushärteverfahren: UV-Aushärtung ist in der Regel schneller als Warmwasser- oder Dampfaushärtung, was Standzeiten und damit Kosten reduziert.

Im Vergleich zur offenen Bauweise entfallen beim Schlauchliner-Verfahren Kosten für Aufgraben, Wiederherstellung von Oberflächen, Verkehrssicherung und Tiefbauarbeiten. Diese Einsparungen machen die Inliner-Sanierung besonders in urbanen Lagen wirtschaftlich attraktiv, selbst wenn die reinen Materialkosten höher erscheinen als bei konventionellen Methoden.

Wie Bodenbender dich bei der Schlauchliner-Sanierung unterstützt

Wir bei Bodenbender sind seit mehr als 50 Jahren in der grabenlosen Rohr- und Kanalsanierung tätig und verstehen, wie komplex die Auswahl des richtigen Verfahrens in der Praxis ist. Als Hersteller und Systemanbieter bieten wir dir nicht nur Produkte, sondern vollständige Lösungen für unterschiedliche Schadensbilder und Anforderungen.

Unser Leistungsangebot umfasst unter anderem:

  • Das Bodenbender Inliner System für die Langstreckensanierung ganzer Haltungen
  • Das Point-Liner® System für die gezielte partielle Sanierung einzelner Schadstellen
  • Den AIRBAGLINER® mit der AIRBAGLINER® Blase als zertifiziertes System für höchste Qualitätsanforderungen
  • Das Bodenbender PointHat System und den PointHat für die Einlaufsanierung
  • Schulungen über unsere Relining Academy für den sicheren Umgang mit allen Systemlösungen
  • Individuelle Beratung und Begleitung vom ersten Gespräch bis zur fertigen Lösung

Du bist unsicher, welches Verfahren für dein Projekt das richtige ist? Dann melde dich direkt bei uns. Unser Team hilft dir, die technisch und wirtschaftlich beste Entscheidung für deine Kanalsanierung zu treffen.

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