Epoxidharz ist ein zweikomponentiges Kunstharz, das bei der Rohrsanierung als Beschichtungsmaterial eingesetzt wird, um die Innenwände von Rohren und Leitungen zu erneuern, ohne sie ausgraben zu müssen. Es verbindet sich fest mit dem Untergrund, dichtet Risse und Korrosionsstellen ab und bildet eine glatte, widerstandsfähige Schutzschicht. In diesem Artikel erfährst du, wie Epoxidharz genau eingesetzt wird, für welche Rohre es sich eignet und wann es die richtige Wahl für deine Sanierungsmaßnahme ist.
Wie wird Epoxidharz bei der Rohrsanierung eingesetzt?
Bei der Rohrsanierung wird Epoxidharz als flüssige Beschichtung auf die Innenwand eines Rohres aufgetragen. Das Harz wird mit einem Härter gemischt, dann per Schleuder-, Spritz- oder Injektionsverfahren gleichmäßig im Rohrinneren verteilt und härtet anschließend zu einer festen, korrosionsbeständigen Schutzschicht aus. Das Rohr muss dafür nicht geöffnet oder freigelegt werden.
Der genaue Ablauf hängt vom Rohrdurchmesser, dem Schadensbild und dem gewählten Verfahren ab. Grundsätzlich folgt eine Epoxidharzsanierung aber diesen Schritten:
- Rohrreinigung: Vor der Beschichtung wird das Rohr gründlich gereinigt, zum Beispiel durch Hochdruckspülung. Ablagerungen, Korrosionsreste und Fettrückstände müssen vollständig entfernt werden, damit das Harz optimal haftet.
- Inspektion: Eine Kamerabefahrung dokumentiert den Zustand des Rohres und zeigt, ob Epoxidharz als Verfahren geeignet ist oder eine andere Sanierungsmethode sinnvoller wäre.
- Auftragen des Harzes: Das gemischte Epoxidharz wird mit einem Rotationsspritzkopf oder einem anderen geeigneten Werkzeug gleichmäßig auf die Rohrinnenwand aufgebracht.
- Aushärten: Das Harz härtet je nach Produkt und Temperatur innerhalb weniger Stunden aus. Danach ist das Rohr wieder betriebsbereit.
- Abschlusskontrolle: Eine erneute Kamerainspektion stellt sicher, dass die Beschichtung lückenlos und gleichmäßig aufgetragen wurde.
Besonders bei der Rohrreinigung und Sanierung im Bestand ist dieses Vorgehen effizient, weil Ausfallzeiten kurz bleiben und keine Baugrube erforderlich ist.
Für welche Rohre und Leitungen ist Epoxidharz geeignet?
Epoxidharz eignet sich vor allem für Trinkwasserleitungen, Heizungsrohre, Abwasserleitungen und Industrierohrleitungen aus Materialien wie Stahl, Gusseisen, Kupfer und Beton. Besonders bewährt hat es sich bei Rohren mit Korrosionsschäden, kleinen Rissen oder einer rauen Innenwand, bei denen eine vollständige Erneuerung unverhältnismäßig aufwendig wäre.
Das Verfahren ist vor allem dann interessant, wenn:
- die Rohre schwer zugänglich verlegt sind, zum Beispiel unter Estrich oder in Wänden,
- der Rohrdurchmesser eine klassische Inliner-Sanierung erschwert,
- es sich um Trinkwasserinstallationen handelt, bei denen hygienische Anforderungen im Vordergrund stehen,
- nur einzelne Abschnitte oder Anschlüsse saniert werden müssen.
Nicht geeignet ist Epoxidharz, wenn das Rohr strukturell stark beschädigt ist, große Fehlstellen oder Versätze aufweist oder wenn der Querschnitt durch die Beschichtung unzulässig verringert würde. In solchen Fällen kommen andere Sanierungsverfahren wie Schlauchliner oder Kurzliner infrage.
Was sind die Vorteile von Epoxidharz gegenüber anderen Sanierungsverfahren?
Der größte Vorteil von Epoxidharz bei der Rohrsanierung ist die minimale Invasivität: Das Verfahren kommt ohne Aufgraben aus, verursacht kaum Lärm und Schmutz und lässt sich oft innerhalb eines Tages abschließen. Zusätzlich verbessert die glatte Beschichtung die Strömungseigenschaften des Rohres und schützt dauerhaft vor erneuter Korrosion.
Im direkten Vergleich zu anderen grabenlosen Verfahren zeigen sich folgende Stärken:
- Geringer Platzbedarf: Es werden keine großen Maschinen oder Schächte benötigt. Das macht Epoxidharz ideal für den Einsatz in Gebäuden oder engen Bereichen.
- Kurze Ausfallzeit: Leitungen sind nach der Aushärtung schnell wieder nutzbar, was besonders bei Trinkwasser- oder Heizungsanlagen wichtig ist.
- Langlebigkeit: Eine fachgerecht aufgetragene Epoxidharzschicht schützt das Rohr für viele Jahre vor Korrosion und Ablagerungen.
- Hygienische Sicherheit: Für Trinkwasserleitungen zugelassene Produkte erfüllen strenge gesundheitliche Anforderungen und geben keine Schadstoffe ab.
- Wirtschaftlichkeit: Im Vergleich zu einem Rohraustausch mit Aufgraben sind die Kosten oft deutlich geringer, weil Tiefbau, Wiederherstellung und lange Betriebsunterbrechungen entfallen.
Welche Normen und Zulassungen gelten für Epoxidharz in der Rohrsanierung?
Für Epoxidharz in der Rohrsanierung gelten je nach Anwendungsbereich unterschiedliche Normen und Zulassungen. Bei Trinkwasserleitungen ist die Übereinstimmung mit den Anforderungen des Umweltbundesamtes (UBA) sowie der KTW-Bewertungsgrundlage verpflichtend. Für Abwasserleitungen sind die DIN EN 15836 und die DIBt-Zulassung relevante Bezugsgrößen.
Wer Epoxidharz zur Rohrsanierung einsetzt, sollte auf folgende Punkte achten:
- Trinkwasserzulassung: Produkte, die mit Trinkwasser in Kontakt kommen, müssen nach den UBA-Leitlinien bewertet und zugelassen sein. Ohne diese Zulassung darf das Material in Trinkwasserinstallationen nicht verwendet werden.
- DIBt-Zulassung: Das Deutsche Institut für Bautechnik vergibt Zulassungen für Sanierungssysteme im Abwasserbereich. Eine gültige DIBt-Zulassung ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal.
- Normen für Renovierungsverfahren: Die DIN EN ISO 11296 und verwandte Normen regeln Anforderungen an Renovierungsverfahren für drucklose Leitungen und geben Orientierung bei der Verfahrenswahl.
- Fachkundige Ausführung: Viele Zulassungen setzen voraus, dass das Verfahren durch geschultes Fachpersonal ausgeführt wird. Zertifizierte Schulungen, wie sie etwa in spezialisierten Akademien angeboten werden, sind deshalb nicht nur sinnvoll, sondern oft Voraussetzung.
Es empfiehlt sich, vor jeder Maßnahme die aktuell gültigen Zulassungsunterlagen des jeweiligen Produktherstellers zu prüfen, da sich Normen und Anforderungen weiterentwickeln.
Wann ist Epoxidharz die richtige Wahl bei der Kanalsanierung?
Epoxidharz ist bei der Kanalsanierung die richtige Wahl, wenn das Rohr strukturell noch ausreichend stabil ist, die Schäden auf Korrosion, Risse oder raue Oberflächen beschränkt sind und eine schnelle, kostengünstige Lösung ohne Tiefbau gefragt ist. Bei schwerwiegenden Strukturschäden oder stark verformten Querschnitten sind andere Verfahren vorzuziehen.
Konkret bietet sich Epoxidharz an, wenn:
- Korrosionsschäden oder Ablagerungen die Fließleistung des Rohres beeinträchtigen,
- Haarrisse oder poröse Stellen abgedichtet werden müssen,
- das Rohr in einem Bereich liegt, der einen Rohraustausch sehr aufwendig oder teuer machen würde,
- die Sanierung hygienisch unbedenklich und dauerhaft sein muss, zum Beispiel in der Trinkwasserversorgung,
- die Betriebsunterbrechung so kurz wie möglich gehalten werden soll.
Ist das Rohr hingegen stark deformiert, weist es Wurzeleinwüchse auf oder fehlen ganze Rohrwandabschnitte, reicht eine Beschichtung allein nicht aus. In diesen Fällen ist ein Schlauchliner oder ein anderes strukturell wirksames Verfahren die bessere Wahl. Eine sorgfältige Kamerainspektion vor der Entscheidung ist deshalb immer der erste Schritt.
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Wir bei Bodenbender begleiten dich von der ersten Frage bis zur fertigen Sanierungslösung. Als Systemanbieter mit mehr als 50 Jahren Erfahrung in der grabenlosen Rohr- und Kanalsanierung kennen wir die Herausforderungen, die in der Praxis auftreten, und bieten dir konkrete Antworten und bewährte Produkte.
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