Techniker inspiziert beschädigtes Untergrundrohr unter aufgebrochenem Betonboden, Epoxidharz-Liner-Material sichtbar daneben.

Wie wird eine Rohrleitung unter der Bodenplatte saniert?

/ Anna Gerlach

Eine Rohrleitung unter der Bodenplatte lässt sich in den meisten Fällen grabenlos sanieren, ohne dass Böden aufgestemmt oder Fundamente freigelegt werden müssen. Das sogenannte Inliner-Verfahren oder die partielle Rohrsanierung sind dabei die gängigsten Methoden. Im Folgenden beantworte ich die wichtigsten Fragen rund um Ablauf, Kosten, Haltbarkeit und Zuständigkeit.

Welche Verfahren eignen sich für die Sanierung unter der Bodenplatte?

Für die Rohrsanierung unter der Bodenplatte eignen sich vor allem grabenlose Verfahren wie die Inliner-Rohrsanierung (Schlauchlining), die partielle Rohrsanierung sowie das Kurzliner-Verfahren. Welches Verfahren passt, hängt vom Schadenstyp, dem Rohrdurchmesser und der Länge des betroffenen Abschnitts ab.

Die drei wichtigsten Verfahren im Überblick:

  • Schlauchlining (Inliner-Rohrsanierung): Ein mit Kunstharz getränkter Schlauch wird in das beschädigte Rohr eingezogen und von innen ausgehärtet. So entsteht ein neues, stabiles Rohr im alten Rohr. Dieses Verfahren eignet sich besonders für längere Abschnitte und stärker beschädigte Leitungen.
  • Partielle Rohrsanierung (Kurzliner): Nur der schadhafte Bereich wird mit einem kurzen Liner abgedichtet. Ideal, wenn der Schaden räumlich begrenzt ist, zum Beispiel ein einzelner Riss oder eine undichte Muffe.
  • Roboterfräsung: Eingewachsene Wurzeln oder Ablagerungen werden vor der eigentlichen Sanierung mit einem Fräsroboter entfernt, um die Rohrwand für den Liner vorzubereiten.

Bei der Auswahl des richtigen Verfahrens spielt auch der Zustand der Rohrwand eine entscheidende Rolle. Eine TV-Kamerainspektion vor der Sanierung ist deshalb in der Regel der erste Schritt, um den Schaden genau zu lokalisieren und zu bewerten.

Wie läuft die grabenlose Rohrsanierung unter der Bodenplatte ab?

Die grabenlose Rohrsanierung unter der Bodenplatte läuft in mehreren klar definierten Schritten ab: Zunächst erfolgt eine Kamerainspektion, dann die Reinigung der Leitung, gefolgt vom Einzug des Liners und dem Aushärten des Harzes. Der gesamte Prozess findet über bestehende Revisionsöffnungen oder Schächte statt, ohne dass Böden geöffnet werden.

Im Detail sieht der Ablauf so aus:

  1. Kamerainspektion: Eine Inspektionskamera fährt durch die Leitung und dokumentiert Art und Lage des Schadens. Das ist die Grundlage für die Auswahl des passenden Verfahrens.
  2. Rohrreinigung: Vor dem Einzug des Liners wird die Leitung gründlich gereinigt, damit der Liner vollflächig an der Rohrwand haftet.
  3. Liner-Einzug: Der mit Kunstharz getränkte Schlauch wird über einen Zugangsschacht oder eine Revisionsöffnung in die Leitung eingeführt.
  4. Aushärtung: Je nach System erfolgt die Aushärtung durch UV-Licht, Heißwasser oder Dampf. Dabei verbindet sich der Liner fest mit der Rohrwand.
  5. Abschlusskontrolle: Nach der Aushärtung prüft eine erneute Kamerabefahrung die Qualität der Sanierung. Anschlussleitungen werden gegebenenfalls mit dem Fräsroboter wieder geöffnet.

Der große Vorteil: Du kannst das Gebäude in der Regel während der gesamten Maßnahme weiter nutzen. Lärm, Schmutz und Einschränkungen bleiben auf ein Minimum reduziert. Die Techniken und Produkte für diese Verfahren sind heute so ausgereift, dass auch komplexe Schadensbilder zuverlässig behoben werden können.

Wann ist eine grabenlose Sanierung nicht möglich?

Eine grabenlose Rohrsanierung ist nicht möglich, wenn das Rohr vollständig kollabiert ist, der Querschnitt so stark verformt ist, dass kein Liner mehr eingeführt werden kann, oder wenn keine geeigneten Zugangspunkte vorhanden sind. In diesen Fällen ist eine offene Bauweise unvermeidlich.

Weitere Situationen, in denen die grabenlose Methode an ihre Grenzen stößt:

  • Sehr starke Versätze oder Winkelabweichungen im Rohrverlauf, die einen Liner-Einzug blockieren
  • Rohrdurchmesser, die für das gewählte Verfahren zu klein oder zu groß sind
  • Materialien, die mit dem verwendeten Harzsystem nicht kompatibel sind
  • Schadstoffbelastungen im Erdreich, die eine besondere Handhabung erfordern

In der Praxis sind vollständige Rohrkollapse unter Bodenplatten jedoch eher selten. Die meisten Schäden wie Risse, Undichtigkeiten oder Wurzeleinwuchs lassen sich mit den modernen Verfahren der grabenlose Rohrsanierung gut beheben. Eine Kamerainspektion gibt dir vorab Klarheit darüber, ob eine grabenlose Lösung machbar ist.

Was kostet die Rohrsanierung unter einer Bodenplatte?

Die Kosten für eine Rohrsanierung unter der Bodenplatte variieren je nach Verfahren, Rohrlänge und Schadensumfang erheblich. Grob lässt sich sagen: Die partielle Rohrsanierung einzelner Schadstellen ist günstiger als eine Vollsanierung per Schlauchlining, aber beide Varianten liegen deutlich unter den Kosten einer offenen Bauweise.

Folgende Faktoren beeinflussen den Preis:

  • Rohrdurchmesser und Länge: Größere oder längere Leitungen erfordern mehr Material und Arbeitsaufwand.
  • Schadensart und Vorarbeiten: Starke Ablagerungen oder Wurzeln, die vor dem Lining gefräst werden müssen, erhöhen den Aufwand.
  • Zugangssituation: Wenn keine geeigneten Revisionsöffnungen vorhanden sind, müssen diese zunächst geschaffen werden.
  • Aushärteverfahren: UV-Aushärtung ist in der Regel schneller und kann sich auf die Gesamtkosten auswirken.

Im Vergleich zur offenen Bauweise entfallen bei der grabenlosen Methode die Kosten für Aufbruch, Abtransport, Entsorgung und Wiederherstellung des Bodens. Das macht die grabenlose Rohrsanierung trotz des spezialisierten Equipments in den meisten Fällen zur wirtschaftlicheren Wahl. Für eine belastbare Kostenschätzung ist ein konkretes Angebot auf Basis der Kamerainspektion notwendig.

Wie lange hält eine sanierte Rohrleitung unter der Bodenplatte?

Eine fachgerecht durchgeführte Inliner-Rohrsanierung hat eine prognostizierte Nutzungsdauer von 50 Jahren und mehr. Der ausgehärtete Kunstharzschlauch ist korrosionsbeständig, wurzelfest und widerstandsfähig gegen die im Abwasserbereich üblichen chemischen Belastungen.

Die tatsächliche Haltbarkeit hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Qualität des verwendeten Liner-Systems und des Harzes
  • Sorgfalt bei der Vorbehandlung und dem Einbau
  • Betriebsbedingungen wie Abwassertemperatur und Belastungsfrequenz
  • Regelmäßige Inspektion und Wartung der Leitung nach der Sanierung

Zertifizierte Liner-Systeme werden nach strengen Normen geprüft und bieten eine dokumentierte Lebensdauerprognose. Das gibt dir als Auftraggeber Planungssicherheit und schützt die Investition langfristig.

Wer darf Rohrleitungen unter der Bodenplatte sanieren?

Rohrleitungen unter der Bodenplatte dürfen ausschließlich zertifizierte Fachbetriebe sanieren, die nachweislich für das eingesetzte Verfahren qualifiziert sind. In Deutschland gelten hierfür die Anforderungen der DIN EN ISO 11295 sowie weitere einschlägige Normen für die Leitungssanierung. Laien oder nicht spezialisierte Handwerksbetriebe sind für diese Arbeiten nicht geeignet.

Worauf du bei der Auswahl des Fachbetriebs achten solltest:

  • Systemzertifizierung: Der Betrieb sollte für das eingesetzte Liner-System zertifiziert und geschult sein.
  • Nachweise und Referenzen: Erfahrung mit vergleichbaren Projekten gibt Sicherheit.
  • Dokumentation: Ein seriöser Betrieb liefert nach Abschluss eine vollständige Dokumentation inklusive TV-Abnahmebefahrung.
  • Versicherungsschutz: Prüfe, ob der Betrieb ausreichend haftpflichtversichert ist.

Für Hausbesitzer ist es außerdem wichtig zu wissen, dass Leitungen auf dem Privatgrundstück in der Eigenverantwortung des Eigentümers liegen. Die Beauftragung eines qualifizierten Fachbetriebs ist daher nicht nur eine Frage der Qualität, sondern auch der rechtlichen Absicherung.

So unterstützt Bodenbender dich bei der Rohrsanierung unter der Bodenplatte

Wir bei Bodenbender sind seit über 50 Jahren in der Kanalinstandhaltung tätig und verstehen die Herausforderungen, die eine Rohrsanierung unter der Bodenplatte mit sich bringt. Als Systemanbieter für grabenlose Rohr- und Kanalsanierung bieten wir dir alles aus einer Hand:

  • Zertifizierte Liner-Systeme wie den PL®-Inliner für die Langstreckensanierung und den PL®-PointLiner für die partielle Rohrsanierung
  • Den Airbagliner® für den Einsatz in anspruchsvollen Einbausituationen
  • Schulungen und Trainings über unsere Relining Academy, damit ausführende Betriebe sicher und fachgerecht arbeiten
  • Technische Beratung und Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Systems für deinen spezifischen Schadensfall
  • Individuelle Sanierungsfahrzeuge, die auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnitten sind

Ob du ein Fachbetrieb bist, der nach dem passenden Liner-System sucht, oder ein Auftraggeber, der einen qualifizierten Partner benötigt: Wir begleiten dich von der ersten Beratung bis zur erfolgreichen Umsetzung. Nimm jetzt Kontakt zu uns auf und lass uns gemeinsam die beste Lösung für deine Rohrleitung unter der Bodenplatte finden.

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