Techniker in blauer Arbeitskleidung führt harzhaltigen Schlauchliner in einen Rohrzugang unter einem Kellerspülbecken ein.

Wie funktioniert die Inhouse-Rohrsanierung?

/ Anna Gerlach

Die Inhouse-Rohrsanierung ist ein grabenloses Verfahren, bei dem beschädigte Rohrleitungen im Gebäudeinneren von innen heraus repariert oder ausgekleidet werden, ohne Wände aufzustemmen oder Böden aufzureißen. Ein flexibler Inliner wird in das defekte Rohr eingebracht, dort ausgehärtet und bildet so ein stabiles neues Rohrinneres. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Ablauf, Materialien, Kosten und Eignung dieser Methode.

Welche Rohre können mit der Inhouse-Methode saniert werden?

Mit der Inhouse-Rohrsanierung lassen sich nahezu alle gängigen Hausinstallationsleitungen reparieren, darunter Abwasserrohre, Regenwasserleitungen und Grundleitungen innerhalb von Gebäuden. Geeignet sind Rohre aus Gusseisen, Steinzeug, PVC, Beton und anderen klassischen Werkstoffen mit Nennweiten typischerweise zwischen DN 50 und DN 300.

Besonders häufig kommt das Verfahren bei Abwasserleitungen in Mehrfamilienhäusern, Gewerbeimmobilien und öffentlichen Gebäuden zum Einsatz. Risse, Rohrbrüche, undichte Verbindungen und Wurzeleinwüchse sind typische Schadensbilder, bei denen das Inhouse-Relining seine Stärken ausspielt. Auch partielle Schäden an einzelnen Abschnitten lassen sich gezielt angehen, ohne die gesamte Leitung zu erneuern. Wichtig ist, dass der Rohrquerschnitt für das Einbringen des Liners zugänglich und nicht vollständig kollabiert ist.

Wie läuft die Inhouse-Rohrsanierung Schritt für Schritt ab?

Die Inhouse-Rohrsanierung folgt einem klar strukturierten Ablauf: Zuerst wird der Zustand der Leitung per Rohrkamera dokumentiert, dann das Rohr gereinigt, anschließend der Inliner eingebracht und ausgehärtet, und schließlich wird die Sanierung erneut kameragestützt abgenommen.

  1. Kamerabefahrung: Eine Rohrkamera fährt durch die Leitung und zeigt genau, wo Risse, Rohrbrüche oder Verstopfungen vorliegen. Auf Basis dieser Aufnahmen wird entschieden, ob eine Vollsanierung oder eine partielle Rohrsanierung sinnvoller ist.
  2. Rohrreinigung: Vor der eigentlichen Sanierung muss die Leitung gründlich gereinigt werden. Hochdruckreinigung und mechanische Verfahren entfernen Ablagerungen, Fettschichten und Wurzelreste, damit der Inliner optimal haftet.
  3. Einbringen des Inliners: Der mit Kunstharz getränkte Liner wird durch einen bestehenden Zugang in das Rohr eingeführt. Je nach Verfahren geschieht das per Druckluft, Wasserdruck oder mechanisch.
  4. Aushärten: Der Liner wird von innen aufgeblasen und presst sich an die Rohrwandung. Durch UV-Licht, Heißwasser oder Raumtemperatur härtet das Harz aus und bildet ein neues, stabiles Rohrinneres.
  5. Abschlussinspektion: Nach dem Aushärten dokumentiert eine erneute Kamerabefahrung das Ergebnis und bestätigt die Dichtheit der sanierten Leitung.

Der gesamte Prozess dauert je nach Länge und Zustand der Leitung oft nur wenige Stunden bis zu einem Tag. Die Nutzung des Gebäudes ist dabei deutlich weniger eingeschränkt als bei klassischen Baumaßnahmen.

Was sind die Vorteile gegenüber der offenen Rohrverlegung?

Der größte Vorteil der Inhouse-Rohrsanierung gegenüber der offenen Rohrverlegung ist die fehlende Notwendigkeit, Wände, Böden oder Fliesen aufzureißen. Das spart erhebliche Kosten für Bau- und Wiederherstellungsarbeiten, reduziert Lärm und Schmutz und verkürzt die Bauzeit deutlich.

Gerade in bewohnten Immobilien oder laufenden Gewerbebetrieben ist der Eingriff mit der grabenlosen Methode wesentlich verträglicher. Mieter müssen seltener umziehen, Betriebe können häufig während der Sanierung weiterlaufen. Hinzu kommt, dass die sanierten Rohrleitungen durch den Inliner oft glattere Innenwände bekommen, was den Abfluss verbessert und Ablagerungen reduziert. Die grabenlose Sanierungstechnik ist damit nicht nur schonender, sondern in vielen Fällen auch wirtschaftlicher als die offene Rohrverlegung.

Welche Materialien und Verfahren werden beim Inhouse-Relining eingesetzt?

Beim Inhouse-Relining kommen vor allem mit Epoxidharz oder Polyesterharz getränkte Glasfasermatten oder Filzschläuche als Linermaterialien zum Einsatz. Die Aushärtung erfolgt je nach System durch UV-Licht, Heißwasser oder Umgebungstemperatur. Für punktuelle Schäden gibt es zusätzlich Kurzliner für die partielle Rohrsanierung.

Schlauchlining (CIPP)

Das Schlauchlining, auch Cured-in-Place-Pipe (CIPP) genannt, ist das am weitesten verbreitete Verfahren. Ein flexibler, harzgetränkter Schlauch wird in die Leitung eingebracht, aufgeblasen und ausgehärtet. Das Ergebnis ist ein nahtloses, korrosionsbeständiges Rohr im Rohr. Dieses Verfahren eignet sich besonders für längere Sanierungsabschnitte.

Partieller Inliner (Kurzliner)

Für einzelne Schadstellen, etwa einen Riss oder eine undichte Verbindung, reicht oft ein partieller Inliner aus. Dieser wird gezielt an der Schadensstelle positioniert und ausgehärtet, ohne die gesamte Leitung zu sanieren. Das macht die Methode besonders kosteneffizient, wenn der Schaden klar lokalisiert ist und das restliche Rohr in gutem Zustand ist. Wer ein breites Leistungsspektrum für verschiedene Sanierungsszenarien sucht, findet hier flexible Lösungen.

Wann ist die Inhouse-Rohrsanierung nicht geeignet?

Die Inhouse-Rohrsanierung ist nicht geeignet, wenn das Rohr vollständig kollabiert ist, der Querschnitt zu stark verformt wurde oder die Wandstärke so weit abgebaut ist, dass kein tragfähiger Untergrund für den Inliner mehr vorhanden ist. In solchen Fällen ist ein Neubau der Leitung unvermeidbar.

Auch bei sehr engen Bögen, stark versetzten Verbindungen oder extrem kleinen Nennweiten kann das Einbringen eines Liners technisch schwierig oder unmöglich sein. Vor jeder Sanierung ist daher eine gründliche Kamerabefahrung unerlässlich, um den Zustand des Rohres realistisch einzuschätzen. Ebenso sollte geprüft werden, ob die Ursache des Schadens, zum Beispiel anhaltender Erddruck oder Setzungen, durch die Sanierung allein dauerhaft behoben werden kann.

Wie lange halten sanierte Inhouse-Rohrleitungen?

Fachgerecht sanierte Inhouse-Rohrleitungen halten in der Regel mehrere Jahrzehnte. Für zertifizierte Liner-Systeme werden von Herstellern typischerweise Nutzungsdauern von 50 Jahren und mehr angegeben, sofern die Sanierung korrekt durchgeführt und das Rohr regelmäßig gewartet wird.

Die tatsächliche Lebensdauer hängt von mehreren Faktoren ab: der Qualität des eingesetzten Linermaterials, der sorgfältigen Vorbereitung der Rohrinnenwand, der korrekten Aushärtung und den Betriebsbedingungen der Leitung. Regelmäßige Kamerainspektionen nach der Sanierung helfen dabei, eventuelle Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Hochwertige Materialien und eine professionelle Ausführung sind die entscheidenden Faktoren für eine lange Standzeit.

Wie Bodenbender bei der Inhouse-Rohrsanierung hilft

Wir bei Bodenbender sind seit mehr als 50 Jahren im Bereich der Kanalinstandhaltung tätig und bieten als Systemanbieter alles, was für eine professionelle Inhouse-Rohrsanierung benötigt wird. Unser Leistungsportfolio umfasst:

  • Zertifizierte Systemlösungen wie den PL®-Inliner, den PL®-PointLiner und den Airbagliner® für unterschiedliche Sanierungsanforderungen
  • Partielle und vollflächige Sanierungsverfahren für gezielte Reparaturen einzelner Schadstellen ebenso wie für Langstreckensanierungen
  • Individuelle Sanierungsfahrzeuge, die wir nach deinen Anforderungen ausbauen, aufbauen oder umrüsten
  • Schulungen in der Relining Academy, damit du und dein Team die Systemlösungen sicher und effizient einsetzen kannst
  • Beratung und Begleitung von der Planung bis zur Übergabe des einsatzbereiten Fahrzeugs oder Systems

Egal, ob du ein einzelnes Schadrohr reparieren oder eine größere Sanierungskampagne planen möchtest, wir stehen dir mit Erfahrung, Technik und Know-how zur Seite. Nimm jetzt Kontakt auf und lass uns gemeinsam die passende Lösung für dein Sanierungsprojekt finden.

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