Wie läuft eine Inliner Sanierung von der Planung bis zur Fertigstellung ab?

/ Anna Gerlach

Eine Inliner-Sanierung läuft in klar definierten Schritten ab: Zustandserfassung, Planung, Einbau des Schlauchliners, Aushärtung und abschließende Qualitätsprüfung. Der gesamte Prozess dauert je nach Rohrlänge und Zustand in der Regel wenige Tage bis zu einer Woche. Im Folgenden erfährst du, was hinter jedem dieser Schritte steckt und worauf es bei einer professionellen Inliner-Sanierung wirklich ankommt.

Welche Voraussetzungen müssen vor einer Inliner-Sanierung erfüllt sein?

Vor einer Inliner-Sanierung muss der Rohrzustand per TV-Kamerabefahrung dokumentiert sein, das Rohr muss gereinigt werden, und Lage sowie Nennweite müssen bekannt sein. Außerdem darf das Rohr keine Schäden aufweisen, die den Einzug oder die Haftung des Schlauchliners grundsätzlich verhindern, etwa vollständige Einbrüche oder extreme Versätze.

Konkret bedeutet das: Bevor ein Schlauchliner überhaupt geordert oder zugeschnitten wird, steht die gründliche Bestandsaufnahme. Eine Kamerabefahrung zeigt, welche Schäden vorliegen, ob Risse, Wurzeleinwüchse, Ablagerungen oder undichte Muffen das Rohr beeinträchtigen. Auf Basis dieser Aufnahmen wird entschieden, ob eine Langstreckensanierung sinnvoll ist oder ob einzelne Schadstellen besser mit einem partiellen Verfahren behandelt werden.

Parallel dazu muss das Rohr vollständig gereinigt werden. Fettablagerungen, Sedimente oder Fremdkörper würden sonst die Haftung des Inliners beeinträchtigen und das Ergebnis gefährden. Erst wenn das Rohr sauber, befahrbar und vollständig dokumentiert ist, kann die eigentliche Planung beginnen.

Wie läuft die Planung einer Inliner-Sanierung konkret ab?

Die Planung einer Inliner-Sanierung umfasst die Auswahl des geeigneten Verfahrens, die Dimensionierung des Schlauchliners, die Abstimmung der Aushärtemethode sowie die Koordination von Genehmigungen, Verkehrsregelungen und Materiallieferungen. Dieser Planungsschritt entscheidet maßgeblich über Qualität und Wirtschaftlichkeit der Maßnahme.

Zuerst wird das passende Sanierungsverfahren festgelegt. Bei langen, durchgehenden Schadstrecken kommt das Schlauchlining zum Einsatz, bei punktuellen Schäden eher ein partielles Verfahren. Die Wandstärke und der Durchmesser des Schlauchliners richten sich nach der Nennweite des Rohres, dem Betriebsdruck und den statischen Anforderungen.

Dann folgt die Materialplanung: Der Schlauchliner wird passgenau auf die gemessene Länge und den Rohrdurchmesser abgestimmt und mit dem richtigen Harzsystem getränkt. Je nach Verfahren und Zugänglichkeit wird außerdem entschieden, ob die Aushärtung per UV-Licht, Heißwasser oder Dampf erfolgt. Gleichzeitig werden Genehmigungen eingeholt, Baustellen abgesichert und Zeitfenster koordiniert, besonders wenn es sich um öffentliche Kanäle handelt.

Wie wird der Inliner während der Sanierung eingebaut?

Der Einbau eines Schlauchliners erfolgt entweder durch Einziehen oder Einpressen des mit Harz getränkten Gewebestrumpfs in das vorbereitete Rohr. Anschließend wird der Inliner von innen aufgeweitet, an die Rohrwand angelegt und durch Wärme oder UV-Strahlung ausgehärtet, bis er eine stabile, neue Rohrinnenwand bildet.

In der Praxis läuft der Einbau so ab: Der harzgetränkte Schlauchliner wird über einen Startschacht ins Rohr eingebracht. Beim Inversionsverfahren wird er mit Wasser- oder Luftdruck von innen nach außen gewendet und dabei gleichzeitig in die Rohrleitung gedrückt. Beim Einziehverfahren wird er mit einem Seil durch das Rohr gezogen und danach aufgeblasen.

Sobald der Inliner vollflächig an der Rohrwand anliegt, beginnt die Aushärtephase. Bei der UV-Härtung fährt ein Lichtzug durch den Liner und aktiviert das Harzsystem Schritt für Schritt. Bei der Dampf- oder Heißwasserhärtung wird Wärme von innen zugeführt, bis das Harz vollständig auspolymerisiert ist. Das Ergebnis ist ein formstabiler, fugenfrei eingebetteter Inliner, der die Funktion des alten Rohres vollständig übernimmt.

Einläufe und Hausanschlüsse, die durch den Liner überdeckt wurden, werden nach der Aushärtung mit einem Fräsroboter von innen wieder geöffnet, ohne dass dafür gegraben werden muss.

Wie lange dauert eine Inliner-Sanierung von Anfang bis Ende?

Eine Inliner-Sanierung dauert von der ersten Kamerabefahrung bis zur abgeschlossenen Qualitätsprüfung in der Regel zwischen drei und sieben Werktagen. Der eigentliche Einbau des Schlauchliners ist oft innerhalb eines Tages abgeschlossen, während Planung, Vorbereitung und Nachkontrolle den größten Teil der Gesamtzeit ausmachen.

Die Dauer hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Länge und Durchmesser des Rohres: Längere Strecken und größere Nennweiten erfordern mehr Materialvorbereitung und längere Aushärtezeiten.
  • Zustand des Rohres: Stark verschmutzte oder stark beschädigte Rohre benötigen mehr Reinigungsaufwand und unter Umständen vorbereitende Maßnahmen.
  • Aushärteverfahren: UV-Härtung ist in der Regel schneller als Dampf- oder Heißwasserhärtung.
  • Genehmigungen und Koordination: Bei öffentlichen Kanälen oder Verkehrsbeeinträchtigungen kann die Vorlaufzeit länger sein.

Im Vergleich zu offenen Baumaßnahmen ist die Inliner-Technik deutlich schneller, weil kein Aushub, keine Wiederverfüllung und keine Wiederherstellung von Oberflächen notwendig sind.

Welche Qualitätsprüfungen folgen nach der Inliner-Sanierung?

Nach der Inliner-Sanierung folgt zwingend eine abschließende TV-Kamerabefahrung, um die Qualität des eingebauten Schlauchliners zu dokumentieren. Dabei wird geprüft, ob der Liner vollflächig anliegt, keine Falten oder Hohlräume aufweist und alle Anschlüsse korrekt geöffnet sind. In vielen Fällen schließt sich eine Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610 an.

Die Kamerabefahrung nach dem Einbau ist kein optionaler Schritt, sondern Teil der Qualitätssicherung, die in den meisten Normen und Regelwerken vorgeschrieben ist. Sie liefert den Nachweis, dass die Sanierung fachgerecht ausgeführt wurde, und bildet die Grundlage für die Abnahmedokumentation.

Die Dichtheitsprüfung testet, ob das sanierte Rohr unter Druck oder Unterdruck keine Leckagen aufweist. Dieser Test ist besonders relevant, wenn das Rohr in Wasserschutzgebieten liegt oder an Trinkwasserleitungen angrenzt. Ergänzend können Wandstärkenmessungen oder Probeentnahmen des ausgehärteten Liners durchgeführt werden, um die mechanischen Eigenschaften zu verifizieren.

Alle Ergebnisse werden in einem Abschlussbericht dokumentiert, der dem Auftraggeber übergeben wird. Dieser Bericht enthält die TV-Aufnahmen vor und nach der Maßnahme, die Ergebnisse der Dichtheitsprüfung sowie alle relevanten Materialnachweise.

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