Undichtigkeiten nach dem Schlauchlining entstehen, wenn der ausgehärtete Inliner nicht vollständig mit dem Altrohr verbunden ist, Anschlussstellen nicht sauber geöffnet wurden oder das Ausgangsmaterial des Rohres den Sanierungsprozess negativ beeinflusst hat. Diese Schwachstellen lassen sich jedoch gezielt erkennen und beheben. Der folgende Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Ursachen, Erkennung und Behebung von Undichtigkeiten beim Schlauchliner-Verfahren.
Wie entstehen Undichtigkeiten nach dem Schlauchlining?
Undichtigkeiten nach dem Schlauchlining entstehen meist durch Fehler beim Einbau, unzureichende Vorbehandlung des Rohres oder durch Materialfehler im Liner selbst. Der ausgehärtete Inliner bildet zwar eine neue Rohrinnenschale, doch ohne sorgfältige Vorbereitung und fachgerechte Verarbeitung können Hohlräume, Falten oder undichte Anschlussbereiche entstehen.
Zu den häufigsten Ursachen gehören:
- Unzureichende Reinigung: Rückstände, Ablagerungen oder Wurzeleinwüchse im Altrohr verhindern, dass sich der Liner gleichmäßig anlegt.
- Faltenbildung: Bei Bögen, Querschnittsveränderungen oder beschädigten Rohrabschnitten kann der Liner Falten werfen, die Undichtigkeiten erzeugen.
- Fehlerhafte Aushärtung: Wenn Temperatur, Druck oder Aushärtezeit nicht korrekt eingehalten werden, härtet das Harzsystem unvollständig aus.
- Undichte Anschlussstellen: Hausanschlüsse und Abzweigungen müssen nach dem Einbau sauber geöffnet und abgedichtet werden. Passiert das nicht fachgerecht, entstehen Lecks genau dort.
- Materialfehler: Schäden am Linermaterial, die bereits vor dem Einbau vorhanden waren, können sich nach der Aushärtung als Undichtigkeit zeigen.
Welche Arten von Undichtigkeiten beim Schlauchlining gibt es?
Beim Schlauchlining unterscheidet man grundsätzlich zwischen flächigen Undichtigkeiten im Liner selbst und punktuellen Lecks an Verbindungsstellen. Beide Arten haben unterschiedliche Ursachen und erfordern unterschiedliche Reparaturansätze.
Flächige Undichtigkeiten im Liner
Diese entstehen, wenn der Inliner sich nicht vollständig an die Rohrinnenwand anlegt oder das Harzmaterial Fehlstellen aufweist. Typische Erscheinungsbilder sind Blasen, Hohlräume hinter dem Liner oder unvollständig ausgehärtete Bereiche. Solche Defekte betreffen oft größere Abschnitte und sind ohne technische Inspektion schwer zu lokalisieren.
Punktuelle Lecks an Anschlüssen und Verbindungen
Besonders häufig treten Undichtigkeiten an Hausanschlüssen, Abzweigungen und Schachtanschlüssen auf. Wenn der Liner nicht sauber bis an die Anschlussstelle geführt oder der Übergang nicht abgedichtet wurde, entsteht dort ein direkter Wasserpfad. Auch der Übergang zwischen altem und neuem Rohr am Liner-Ende ist eine typische Schwachstelle.
Wie lassen sich Undichtigkeiten im sanierten Rohr erkennen?
Undichtigkeiten im sanierten Rohr lassen sich am zuverlässigsten durch eine Kamerainspektion und anschließende Druckprüfung erkennen. Diese Kombination aus visueller Kontrolle und technischer Prüfung deckt sowohl sichtbare Schäden als auch versteckte Lecks auf.
Folgende Methoden kommen in der Praxis zum Einsatz:
- TV-Kamerainspektion: Eine Kamera wird durch das sanierte Rohr gefahren und dokumentiert den Zustand des Liners. Falten, Risse, Ablösungen und offene Anschlüsse sind so direkt sichtbar.
- Druckprüfung: Der sanierte Abschnitt wird abgesperrt und mit Luft oder Wasser unter Druck gesetzt. Ein Druckabfall zeigt an, dass irgendwo eine Undichtigkeit vorhanden ist.
- Sichtprüfung von außen: In manchen Fällen deuten feuchte Stellen an Schächten, Geruchsbelästigungen oder Absenkungen im Boden auf Undichtigkeiten im darunterliegenden Rohrsystem hin.
Eine regelmäßige Inspektion nach der Sanierung ist nicht nur zur Qualitätssicherung sinnvoll, sondern in vielen Fällen auch normativ vorgeschrieben.
Welche Rolle spielt die Qualität des Ausgangsrohrs für die Dichtheit?
Die Qualität des Ausgangsrohrs hat einen entscheidenden Einfluss auf den Erfolg der Inliner-Rohrsanierung. Ein stark deformiertes, gebrochenes oder mit Fremdeinschlüssen versetztes Altrohr macht es schwierig, einen gleichmäßig anliegenden Liner einzubringen, und erhöht das Risiko von Undichtigkeiten deutlich.
Vor jeder Schlauchliner-Sanierung sollte deshalb eine gründliche Zustandsanalyse des Ausgangsrohres stattfinden. Dabei sind folgende Punkte entscheidend:
- Verformungen und Querschnittsveränderungen: Stark ovale oder eingedrückte Rohre können dazu führen, dass der Liner nicht vollständig aufgeweitet wird und Hohlräume entstehen.
- Risse und Scherbenbildung: Grobe Schäden im Altrohr müssen vor dem Einbau des Liners bewertet werden. In manchen Fällen ist eine partielle Sanierung einzelner Schadstellen sinnvoller als eine Langstreckensanierung.
- Wurzeleinwüchse und Ablagerungen: Diese müssen vollständig entfernt werden, bevor der Liner eingebracht wird. Verbleibende Rückstände verhindern einen sauberen Kontakt zwischen Liner und Rohrwand.
Ein professioneller Sanierungspartner bewertet den Rohrzustand vor der Maßnahme und entscheidet, welches Verfahren am besten geeignet ist.
Wie lassen sich Undichtigkeiten nach dem Schlauchlining beheben?
Undichtigkeiten nach dem Schlauchlining lassen sich in den meisten Fällen durch partielle Sanierungsverfahren beheben, ohne das gesamte sanierte Rohr erneut zu öffnen oder auszutauschen. Die Wahl der Methode hängt von der Art und dem Ausmaß der Undichtigkeit ab.
Partielle Sanierung mit Kurzlinern
Wenn die Undichtigkeit auf einen begrenzten Bereich beschränkt ist, kann ein Kurzliner punktuell eingesetzt werden. Dieser wird gezielt an der Schadstelle positioniert und ausgehärtet, ohne den restlichen Liner zu beeinflussen. Das Point-Liner® System ist ein typisches Beispiel für diese Art der partiellen Sanierung.
Abdichtung von Anschlussstellen
Lecks an Hausanschlüssen oder Abzweigungen werden oft mit speziellen Hutprofilen oder Manschetten abgedichtet. Diese werden von innen eingesetzt und schließen den Übergangsbereich zwischen Liner und Anschlussrohr dauerhaft ab. Das Bodenbender PointHat System bietet hierfür eine bewährte Lösung.
Erneute Druckprüfung nach der Reparatur
Nach jeder Reparaturmaßnahme sollte eine erneute Druckprüfung durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Undichtigkeit vollständig beseitigt wurde. Erst wenn der sanierte Abschnitt die Prüfung besteht, gilt die Maßnahme als abgeschlossen.
Wie lassen sich Undichtigkeiten beim nächsten Schlauchlining-Projekt vermeiden?
Undichtigkeiten beim Schlauchlining lassen sich durch sorgfältige Vorbereitung, den Einsatz geprüfter Materialien und die konsequente Qualitätskontrolle während des gesamten Einbauprozesses zuverlässig vermeiden. Prävention beginnt lange vor dem eigentlichen Einbau des Liners.
Die wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung von Undichtigkeiten sind:
- Gründliche Kanalreinigung: Vor dem Einbau müssen alle Ablagerungen, Wurzeln und Fremdkörper vollständig entfernt werden.
- Detaillierte Zustandserfassung: Eine TV-Inspektion vor der Sanierung zeigt, welche Bereiche besondere Aufmerksamkeit benötigen und ob partielle Vorabsanierungen erforderlich sind.
- Korrekte Verarbeitungsparameter: Druck, Temperatur und Aushärtezeit müssen exakt auf das verwendete Harzsystem und den Liner abgestimmt sein.
- Fachgerechte Öffnung der Anschlüsse: Alle Hausanschlüsse müssen nach dem Aushärten sauber und vollständig geöffnet sowie die Übergänge abgedichtet werden.
- Qualitätssicherung durch Abnahmeprüfung: Jede Sanierungsmaßnahme sollte mit einer normenkonformen Druckprüfung und einer abschließenden Kamerainspektion dokumentiert werden.
- Schulung der Anwender: Gut ausgebildetes Personal macht den Unterschied. Wer die Verarbeitungsanforderungen des verwendeten Systems kennt, vermeidet Fehler von Anfang an.
So unterstützt Bodenbender bei Undichtigkeiten nach dem Schlauchlining
Wir bei Bodenbender bieten dir als Sanierungsunternehmen ein vollständiges System aus Produkten, Wissen und Unterstützung, damit du Undichtigkeiten nach dem Schlauchlining gar nicht erst entstehen lässt oder sie gezielt beheben kannst.
Das umfasst konkret:
- Bewährte Systemlösungen: Das Point-Liner® System und der AIRBAGLINER® sind zertifizierte Produkte für die partielle und die Langstreckensanierung, die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsstandards entsprechen.
- Partielle Sanierung an Anschlüssen: Mit dem Bodenbender PointHat System und dem Point-Liner® System lassen sich Undichtigkeiten an Hausanschlüssen und Abzweigungen gezielt und dauerhaft beheben.
- Schulungen in der Relining Academy: Unsere Akademie vermittelt praxisnahes Wissen rund um den korrekten Einsatz unserer Systeme, von der Vorbereitung bis zur Abnahme.
- Individuelle Beratung: Unser Team begleitet dich von der Planung bis zur Umsetzung und hilft dir, das passende Verfahren für dein konkretes Projekt auszuwählen.
- Fahrzeugausbau und Technik: Wir bauen Sanierungsfahrzeuge aus, auf oder um, damit du mit der richtigen Technik und Ausrüstung arbeitest.
Du willst mehr darüber erfahren, wie du mit unseren Systemlösungen sicher und effizient sanierst? Nimm jetzt Kontakt mit uns auf und lass dich von unserem Team beraten.
