Querschnitt eines unterirdischen Rohrs mit glatter Harzauskleidung im korrodierten Altrohr, zweite Liner-Einführung in feuchtem Betontunnel.

Kann eine Inlinersanierung später erneut durchgeführt werden?

/ Anna Gerlach

Ja, eine Inlinersanierung kann grundsätzlich erneut durchgeführt werden, also ein zweiter Liner in ein bereits saniertes Rohr eingezogen werden. Entscheidend ist dabei, ob nach der ersten Sanierung noch ausreichend Innendurchmesser im Rohr verbleibt, um den Abfluss sicherzustellen und einen weiteren Liner technisch einzubringen. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um die sogenannte Zweitverlinerung.

Wie viel Platz bleibt nach einer Inlinersanierung im Rohr?

Nach einer Inliner-Rohrsanierung reduziert sich der nutzbare Innendurchmesser des Rohres um die doppelte Wandstärke des eingesetzten Liners. Bei einem typischen Liner mit einer Wandstärke von 6 bis 12 mm verringert sich der Innendurchmesser entsprechend um 12 bis 24 mm. Bei Rohren mit einem Ausgangsdurchmesser von 150 mm oder mehr bleibt in der Regel noch ausreichend Querschnitt für den Abfluss erhalten.

Wie viel Querschnitt tatsächlich verbleibt, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Dem ursprünglichen Innendurchmesser des Rohres
  • Der gewählten Linerwandstärke (abhängig vom Schadensbild und statischen Anforderungen)
  • Dem Liner-System (Schlauchrelining, Kurzliner oder Hutprofil)
  • Dem Zustand der Rohrinnenwand vor der Sanierung

In der Praxis zeigt sich, dass ein gut saniertes Rohr durch die glatte Oberfläche des ausgehärteten Liners häufig sogar bessere Abflusseigenschaften hat als das ursprüngliche, korrodierte oder inkrustierte Rohr. Der hydraulische Wirkungsgrad steigt, weil die Rauigkeit der Innenwand deutlich abnimmt.

Kann man einen zweiten Liner in ein bereits saniertes Rohr einziehen?

Ja, es ist technisch möglich, einen zweiten Liner in ein bereits mit einem Rohr-Inliner saniertes Rohr einzuziehen. Voraussetzung ist, dass der verbleibende Innendurchmesser nach der ersten Sanierung groß genug ist, um den Abfluss weiterhin normgerecht zu gewährleisten und den zweiten Liner mechanisch einzubringen. Bei Rohren mit kleinem Ausgangsdurchmesser unter 100 mm ist eine Zweitverlinerung in der Regel nicht mehr sinnvoll.

Technisch spricht man in diesem Zusammenhang von einer Zweitverlinerung oder Doppelverlinerung. Diese Methode kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der erste Liner nach Ablauf seiner Lebensdauer erneut Schäden aufweist oder wenn sich die Anforderungen an die Rohrleitung verändert haben. Wichtig ist dabei, dass der vorhandene Liner intakt und fest mit der Rohrwand verbunden ist, da er als Trägerstruktur für den zweiten Liner dient.

Wann ist eine erneute Inlinersanierung sinnvoll, und wann nicht?

Eine erneute Inliner-Sanierung ist sinnvoll, wenn der bestehende Liner strukturelle Schäden aufweist, undicht geworden ist oder seine technische Lebensdauer erreicht hat, der verbleibende Rohrdurchmesser aber noch ausreichend für eine Zweitverlinerung ist. Sie ist nicht sinnvoll, wenn der Querschnitt zu stark reduziert ist oder wenn eine grundlegende Neuplanung der Abwasserführung erforderlich wird.

Konkrete Situationen, in denen eine Zweitverlinerung sinnvoll sein kann:

  • Der erste Liner zeigt nach vielen Jahrzehnten Risse oder Delamination
  • Wurzeleinwuchs hat den bestehenden Liner beschädigt
  • Punktuelle Schäden lassen sich nicht mehr lokal reparieren
  • Die hydraulischen Anforderungen an die Leitung haben sich erhöht

Nicht empfehlenswert ist eine Zweitverlinerung hingegen bei:

  • Rohren mit einem Innendurchmesser unter 100 mm nach der ersten Sanierung
  • Stark deformiertem oder kollabiertem erstem Liner
  • Fehlender Haftung des ersten Liners an der Rohrwand
  • Grundlegenden Planungsänderungen im Leitungsnetz

Welche Liner-Systeme eignen sich für eine Zweitverlinerung?

Für eine Zweitverlinerung eignen sich grundsätzlich dieselben Liner-Systeme wie für die Erstsanierung, sofern sie dem verbleibenden Durchmesser und dem Schadensbild angepasst sind. Besonders geeignet sind flexible Schlauchliner sowie partielle Systeme für lokale Schäden. Entscheidend ist, dass das gewählte System auf den reduzierten Innendurchmesser und die veränderte Rohrgeometrie abgestimmt ist.

In der Praxis kommen bei Zweitverlinerungen häufig folgende Systeme zum Einsatz:

  • Schlauchliner (Langstreckensanierung): Geeignet für längere Haltungen mit gleichmäßigem Schaden, wenn ausreichend Restquerschnitt vorhanden ist
  • Kurzliner (partielle Sanierung): Ideal für lokale Schäden im bestehenden Liner, ohne den gesamten Querschnitt weiter zu reduzieren
  • Hutprofile (Einlaufsanierung): Für Anschlussbereiche und Einläufe, die erneut abgedichtet werden müssen

Bei der Auswahl des richtigen Systems für die Inliner-Technik spielen der Schadensbefund, der verbleibende Durchmesser und die statischen Anforderungen eine zentrale Rolle. Eine Kamerabefahrung vor der Entscheidung ist dabei unerlässlich.

Was muss vor einer zweiten Inlinersanierung geprüft werden?

Vor einer zweiten Inlinersanierung müssen der Zustand des bestehenden Liners, der verbleibende Innendurchmesser, die Haftung des ersten Liners an der Rohrwand sowie die hydraulische Leistungsfähigkeit des sanierten Rohres geprüft werden. Ohne diese Voruntersuchungen lässt sich nicht sicherstellen, ob eine Zweitverlinerung technisch und normgerecht umsetzbar ist.

Die wichtigsten Prüfschritte im Überblick:

  1. Kamerabefahrung: Sichtprüfung des bestehenden Liners auf Risse, Delamination, Wurzeleinwuchs oder Verformungen
  2. Durchmessermessung: Ermittlung des tatsächlich verbleibenden Innendurchmessers nach der ersten Sanierung
  3. Dichtheitsprüfung: Überprüfung, ob der erste Liner noch dicht ist oder bereits Undichtigkeiten aufweist
  4. Statische Bewertung: Beurteilung, ob der bestehende Liner als Träger für einen zweiten Liner geeignet ist
  5. Hydraulische Berechnung: Sicherstellung, dass der nach der Zweitverlinerung verbleibende Querschnitt die Abflussmenge normgerecht bewältigt

Diese Prüfungen bilden die Grundlage für die Entscheidung, welches Liner-System eingesetzt wird und ob eine Zweitverlinerung überhaupt die wirtschaftlich und technisch sinnvollste Lösung ist. In manchen Fällen kann auch eine partielle Reparatur des bestehenden Liners die bessere Alternative sein.

Wie lange hält eine erneut sanierte Rohrleitung?

Eine erneut sanierte Rohrleitung mit einem zweiten Liner erreicht in der Regel eine vergleichbare Lebensdauer wie eine erstmalig sanierte Leitung, also je nach eingesetztem System und Randbedingungen zwischen 30 und 50 Jahren. Voraussetzung ist, dass die Zweitverlinerung fachgerecht geplant und ausgeführt wurde und der erste Liner als stabile Basis dient.

Die tatsächliche Lebensdauer hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Der Qualität des eingesetzten Liner-Materials und der Aushärtung
  • Den Betriebsbedingungen (Abwasserart, Temperatur, mechanische Belastung)
  • Der Qualität der Voruntersuchung und Vorbereitung
  • Dem Zustand des ersten Liners als Trägerschicht
  • Regelmäßiger Inspektion und Wartung nach der Sanierung

Grundsätzlich gilt: Ein fachgerecht eingebrachter zweiter Liner schützt die Rohrleitung zuverlässig vor weiteren Schäden und verlängert die Nutzungsdauer der unterirdischen Infrastruktur erheblich. Regelmäßige Kamerakontrollen nach der Sanierung helfen dabei, den Zustand frühzeitig zu erkennen und die Lebensdauer zu maximieren. Mehr zu den verfügbaren Sanierungsleistungen findest du auf unserer Website.

So unterstützt dich Bodenbender bei der Inlinersanierung

Wir bei Bodenbender bieten dir als Systemanbieter alles, was du für eine fachgerechte Rohrsanierung mit Inliner benötigst, ob für die Erstsanierung oder eine Zweitverlinerung. Unser Leistungsspektrum umfasst:

  • AIRBAGLINER®: Unser bewährtes System für die Langstreckensanierung, das sich durch einfache Handhabung und hohe Qualität auszeichnet
  • Point-Liner® System: Für partielle Sanierungen und lokale Schäden, auch im bereits sanierten Rohr
  • Bodenbender Inliner System: Zertifizierte Systemlösungen für unterschiedlichste Rohrdurchmesser und Anwendungsfälle
  • PointHat: Für die zuverlässige Sanierung von Einläufen und Anschlussbereichen
  • Schulungen über unsere Relining Academy für den sicheren Umgang mit unseren Systemen
  • Individuelle Beratung und technische Unterstützung bei der Planung deiner Sanierungsmaßnahme

Egal, ob du zum ersten Mal einen Rohr-Inliner einsetzen möchtest oder bereits eine Zweitverlinerung planst, wir stehen dir mit Erfahrung, zertifizierten Produkten und praxisnahem Know-how zur Seite. Nimm jetzt Kontakt auf und lass dich von uns beraten.

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