Irgendwann macht sich jeder Kanal bemerkbar – ob durch Gerüche, langsamen Abfluss oder feuchte Wände im Keller. Was viele nicht wissen: In den meisten Fällen lässt sich das Problem lösen, ohne auch nur einen Quadratmeter Straße oder Garten aufzureißen. Die Inliner-Technik macht genau das möglich und hat die Art, wie Rohre und Kanäle saniert werden, grundlegend verändert.
Ob für Kommunen, Netzbetreiber oder private Hausbesitzer – die grabenlose Kanalsanierung ist heute eine ausgereifte, zuverlässige Methode mit klaren Vorteilen gegenüber der klassischen Bauweise. In diesem Artikel erfährst du, wie das Verfahren funktioniert, wo es eingesetzt wird und worauf es bei Qualität und Zertifizierung ankommt.
Schäden im Untergrund: wann Kanäle saniert werden müssen
Kanäle und Rohrleitungen arbeiten jahrzehntelang unsichtbar unter der Erde – und genau das macht Schäden so tückisch. Risse, Wurzeleinwuchs, Ablagerungen oder Korrosion entstehen oft schleichend und bleiben lange unentdeckt. Erst wenn Wasser ins Erdreich eindringt, Schmutzwasser austritt oder der Abfluss spürbar nachlässt, wird das Problem sichtbar.
Typische Schadensbilder, die eine Sanierung notwendig machen, sind:
- Längs- und Querrisse durch Setzungen oder Materialermüdung
- Einwurzelung durch Baumwurzeln, die Fugen und Risse aufweiten
- Inkrustierungen und Ablagerungen, die den Querschnitt verengen
- Undichte Muffen, durch die Fremdwasser eindringt
- Verformungen oder Einstürze bei älteren Tonrohren
Eine Kamerabefahrung des Rohrsystems zeigt den genauen Zustand und bildet die Grundlage für jede Sanierungsentscheidung. Je früher ein Schaden erkannt wird, desto gezielter – und kostengünstiger – lässt er sich beheben.
Wie die Inliner-Technik im Inneren des Rohres arbeitet
Die Inliner-Technik basiert auf einem einfachen, aber wirkungsvollen Prinzip: Ein flexibler, mit Kunstharz getränkter Schlauch wird in das beschädigte Rohr eingebracht und dort von innen ausgehärtet. Das Ergebnis ist ein stabiles, nahtloses Innenrohr, das das alte Rohr stabilisiert und abdichtet – ohne dass dafür gegraben werden muss.
Der Ablauf im Überblick
Zunächst wird das Rohr gereinigt und per Kamera inspiziert. Anschließend wird der harzgetränkte Liner – je nach Verfahren per Inversion oder Einzug – in die Leitung eingebracht. Mithilfe von Druckluft oder Wasser wird der Liner an die Rohrwand gepresst und in Form gebracht. Die Aushärtung erfolgt durch UV-Licht, Heißwasser oder Dampf, je nach eingesetztem System.
Nach dem Aushärten wird der Liner an den Enden abgeschnitten und eventuelle Hausanschlüsse werden robotergestützt wieder geöffnet. Was bleibt, ist ein glatter, korrosionsbeständiger Kanal im Kanal – mit einer Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten. Die eingesetzten Systemlösungen bestimmen dabei maßgeblich, wie effizient und dauerhaft das Ergebnis ausfällt.
Vorteile der grabenlosen Methode gegenüber offener Bauweise
Der größte Unterschied zur traditionellen Sanierung liegt auf der Hand: Es wird nicht gegraben. Das klingt simpel, hat aber weitreichende Konsequenzen für Kosten, Zeit und Aufwand.
Die grabenlose Methode überzeugt mit einer Reihe handfester Vorteile:
- Kein Aufbruch von Straßen oder Gehwegen – der Verkehr bleibt weitgehend ungestört
- Deutlich kürzere Bauzeiten – Sanierungen lassen sich oft in wenigen Stunden oder Tagen abschließen
- Geringere Gesamtkosten – weil Wiederherstellungsarbeiten für Oberflächen entfallen
- Weniger Lärm und Staub – ein klarer Vorteil in Wohngebieten oder Innenstädten
- Erhalt der Umgebung – Gärten, Bepflanzungen und Beläge bleiben unberührt
Gerade in dicht besiedelten Bereichen oder unter Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen ist die grabenlose Sanierung nicht nur praktischer, sondern oft die einzig sinnvolle Option. Auch ökologisch gesehen schneidet sie besser ab, weil weniger Aushub anfällt und der Eingriff in den Boden minimal bleibt.
Einsatzbereiche: Von der Hausleitung bis zum Hauptkanal
Die Inliner-Technik ist keine Einheitslösung – sie lässt sich für sehr unterschiedliche Rohrdimensionen und Schadenssituationen einsetzen. Das macht sie so vielseitig.
Im privaten Bereich kommt die Methode häufig bei Grundleitungen unter Kellern oder Gärten zum Einsatz, bei denen ein Aufbruch besonders aufwendig wäre. Auch Inhouse-Sanierungen – also die Sanierung von Leitungen innerhalb von Gebäuden – sind möglich, etwa bei alten Gussrohren in Mehrfamilienhäusern.
Kommunale und industrielle Anwendungen
Im kommunalen Bereich werden mit der Inliner-Technik Hauptkanäle, Mischwasserkanäle und Regenwasserleitungen saniert – teilweise in begehbaren Dimensionen. Für punktuelle Schäden, bei denen nur ein kurzer Abschnitt betroffen ist, eignen sich partielle Sanierungsverfahren besonders gut. Dabei wird gezielt nur die schadhafte Stelle behandelt, was Zeit und Material spart.
Auch Schächte und Einläufe lassen sich grabenlos sanieren. Die Bandbreite reicht also von der kleinen Hausanschlussleitung bis zum großen Abwasserkanal im städtischen Netz. Wer mehr über die verschiedenen Leistungsbereiche der Kanalsanierung erfahren möchte, findet dort einen guten Überblick.
Qualität und Zertifizierung in der Kanalsanierung
Nicht jeder Liner ist gleich. Bei einem Verfahren, das auf Jahrzehnte ausgelegt ist und oft unter öffentlichen Verkehrsflächen eingesetzt wird, kommt es auf nachgewiesene Qualität an.
Zertifizierte Systemlösungen durchlaufen umfangreiche Prüfverfahren, bei denen Materialeigenschaften, Haftung, Dichtigkeit und statische Tragfähigkeit getestet werden. Anerkannte Prüfinstitute und Zulassungen – etwa durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) oder nach DIBt-Zulassung – geben Auftraggebern und Netzbetreibern die nötige Planungssicherheit.
Ebenso wichtig ist die fachgerechte Verarbeitung. Ein hochwertiger Liner, der falsch eingebaut wird, erfüllt nicht das, was er leisten soll. Deshalb spielt die Schulung der Anwender eine zentrale Rolle – nur wer das System wirklich beherrscht, kann dauerhaft gute Ergebnisse liefern.
So unterstützt Bodenbender bei der grabenlosen Kanalsanierung
Wir bei Bodenbender haben uns seit mehr als 50 Jahren auf genau dieses Thema spezialisiert – und bieten heute weit mehr als nur Produkte. Als Systemanbieter begleiten wir den gesamten Prozess: von der Produktauswahl über die Fahrzeugausrüstung bis zur Schulung der Anwender.
Unser Leistungsangebot umfasst unter anderem:
- Das Bodenbender Inliner System für die Langstreckensanierung – zertifiziert und auf höchste Qualitätsstandards ausgelegt
- Das Point-Liner® System für partielle Sanierungen an einzelnen Schadstellen
- Den AIRBAGLINER® mit der AIRBAGLINER® Blase für den Einsatz bei besonderen Anforderungen an Druckbeständigkeit und Passgenauigkeit
- Das PointHat und das Bodenbender PointHat System für die Einlaufsanierung
- Individuelle Ausrüstung und Umbau von Sanierungsfahrzeugen
- Praxisnahe Schulungen in der Relining Academy für Anwender und Teams
Ob du gerade in die grabenlose Sanierung einsteigst oder dein bestehendes System erweitern möchtest – wir stehen dir als Partner zur Seite. Nimm Kontakt zu uns auf und lass uns gemeinsam die passende Lösung für dein Projekt finden.
