Spezialist in Schutzausrüstung inspiziert korrodiertes Industrierohr unter Gewerbeboden mit Taschenlampe, Rost und Betonstruktur sichtbar.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Rohrsanierung in Gewerbeimmobilien?

/ Anna Gerlach

Rohrsanierung in Gewerbeimmobilien ist deutlich anspruchsvoller als im Wohnbau, weil gewerbliche Rohrsysteme größer, stärker belastet und oft rund um die Uhr in Betrieb sind. Hinzu kommen komplexere Abwasserzusammensetzungen, strenge gesetzliche Vorgaben und die wirtschaftliche Notwendigkeit, Betriebsunterbrechungen auf ein Minimum zu reduzieren. Die folgenden Fragen und Antworten helfen dir, die wichtigsten Aspekte der gewerblichen Rohrsanierung zu verstehen und die richtigen Entscheidungen für dein Gebäude zu treffen.

Warum ist Rohrsanierung in Gewerbeimmobilien komplexer als im Wohnbau?

Rohrsanierung in Gewerbeimmobilien ist komplexer, weil gewerbliche Rohrsysteme größeren Durchmessern, höheren Durchflussmengen und aggressiveren Abwässern ausgesetzt sind als in Wohngebäuden. Gleichzeitig laufen viele Betriebe im Schichtbetrieb oder rund um die Uhr, sodass Stillstandzeiten kaum tolerierbar sind und jede Sanierungsmaßnahme präzise geplant sein muss.

Im Wohnbau sind Rohrleitungen in der Regel auf Haushaltsabwässer ausgelegt und werden nur tagsüber intensiv genutzt. In Gewerbeimmobilien dagegen fließen häufig chemische Reinigungsmittel, Fette, Lösungsmittel oder andere Substanzen durch die Leitungen, die Rohrmaterialien schneller angreifen. Restaurants, Produktionshallen, Krankenhäuser oder Einkaufszentren stellen dabei besonders hohe Anforderungen an die Widerstandsfähigkeit der Rohrsysteme.

Dazu kommt die bauliche Komplexität: Gewerbliche Gebäude haben oft weitverzweigte Rohrnetzwerke über mehrere Stockwerke, Tiefgaragen und Technikbereiche. Das erschwert die Inspektion und macht eine sorgfältige Schadensdokumentation vor jeder Sanierung unverzichtbar.

Welche Schäden treten in gewerblichen Rohrsystemen besonders häufig auf?

In gewerblichen Rohrsystemen treten besonders häufig Rissbildungen, Korrosion, Ablagerungen und Wurzeleinwuchs auf. Fettablagerungen in der Gastronomie, chemische Angriffe in Industriebetrieben und mechanische Belastungen durch schwere Fahrzeuge über erdverlegten Leitungen zählen zu den häufigsten Schadensursachen in Gewerbeimmobilien.

Konkret lassen sich die häufigsten Schadensbilder in vier Kategorien einteilen:

  • Korrosion und Materialermüdung: Ältere Guss- oder Betonrohre verlieren durch chemische Einwirkungen und Alterung ihre Stabilität.
  • Ablagerungen und Verstopfungen: Vor allem in der Gastronomie und Lebensmittelverarbeitung setzen sich Fette und organische Rückstände in den Rohren fest.
  • Risse und Undichtigkeiten: Setzungen im Gebäude, Temperaturschwankungen oder Erschütterungen durch Bauarbeiten führen zu Rissen, die Grundwasser gefährden können.
  • Fehlanschlüsse und Formstückschäden: Gerade in älteren Gewerbegebäuden wurden Rohrsysteme im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut, was zu undichten Verbindungen führen kann.

Eine regelmäßige Kanalinspektion per TV-Kamera ist deshalb in Gewerbeimmobilien besonders wichtig, um Schäden frühzeitig zu erkennen und größere Folgekosten zu vermeiden.

Wie lässt sich eine Rohrsanierung ohne Betriebsunterbrechung durchführen?

Eine Rohrsanierung ohne nennenswerte Betriebsunterbrechung lässt sich durch grabenlose Verfahren realisieren, die von innen heraus arbeiten und keine aufwändigen Bauarbeiten erfordern. Mit modernen Inliner-Technologien lassen sich Rohre sanieren, während der Betrieb in angrenzenden Bereichen weitgehend aufrechterhalten bleibt.

Der Schlüssel liegt in der präzisen Planung: Sanierungsarbeiten werden in Abschnitte aufgeteilt, die nacheinander bearbeitet werden. So bleibt immer ein Teil des Rohrsystems nutzbar. Für besonders zeitkritische Bereiche bieten sich Nacht- oder Wochenendarbeiten an, die den laufenden Betrieb kaum beeinflussen.

Grabenlose Rohrsanierung minimiert außerdem bauliche Eingriffe in Böden, Wände und Decken erheblich. Das ist gerade in Gewerbeimmobilien ein entscheidender Vorteil, da aufwändige Wiederherstellungsarbeiten entfallen und Mitarbeiter sowie Kunden weniger beeinträchtigt werden. Mehr über die Möglichkeiten grabenlosen Sanierungsverfahren erfährst du direkt in unserer Produktübersicht.

Welche Sanierungsverfahren eignen sich für Gewerbeimmobilien?

Für Gewerbeimmobilien eignen sich vor allem grabenlose Sanierungsverfahren wie die Inliner-Rohrsanierung, die partielle Rohrsanierung und die Langstreckensanierung. Die Wahl des richtigen Verfahrens hängt von der Schadensart, dem Rohrdurchmesser und der Lage der betroffenen Leitungen ab.

Inliner-Rohrsanierung

Bei der Inliner-Rohrsanierung wird ein mit Kunstharz getränkter Schlauch in das beschädigte Rohr eingebracht und dort ausgehärtet. Das Ergebnis ist ein neues, stabiles Rohr im bestehenden Rohr. Dieses Verfahren eignet sich besonders für längere Rohrabschnitte mit flächigen Schäden wie Rissen oder Korrosion und ist eine der am häufigsten eingesetzten Methoden in der gewerblichen Rohrsanierung.

Partielle Rohrsanierung

Die partielle Rohrsanierung konzentriert sich auf einzelne Schadstellen, ohne den gesamten Rohrabschnitt zu erneuern. Mit einem sogenannten Packer wird gezielt an der beschädigten Stelle ein Kurzliner eingebracht und ausgehärtet. Dieses Verfahren ist besonders wirtschaftlich, wenn nur lokale Schäden vorliegen und der Rest des Rohrsystems noch intakt ist. Für die partielle Rohrsanierung stehen verschiedene Systeme zur Verfügung, die sich an unterschiedliche Rohrdurchmesser und Schadensbilder anpassen lassen.

Langstreckensanierung

Bei weitverzweigten Rohrsystemen in großen Gewerbeimmobilien oder auf Betriebsgeländen kommt die Langstreckensanierung zum Einsatz. Dabei werden Rohrabschnitte von mehreren Metern bis zu mehreren hundert Metern in einem Arbeitsgang saniert. Das spart Zeit und reduziert die Anzahl der Eingriffspunkte erheblich.

Welche Vorschriften und Normen gelten bei der Rohrsanierung in Gewerbegebäuden?

Bei der Rohrsanierung in Gewerbegebäuden gelten in Deutschland vor allem die DIN EN 13380 für allgemeine Anforderungen an Rohrsanierungsverfahren sowie die DIN EN ISO 11295 für die Klassifizierung von Kunststoffrohrsystemen. Hinzu kommen wasserrechtliche Vorgaben der Bundesländer und kommunale Entwässerungssatzungen, die eingehalten werden müssen.

Für Gewerbeimmobilien sind außerdem branchenspezifische Anforderungen relevant. Lebensmittelverarbeitende Betriebe, Krankenhäuser oder chemische Anlagen unterliegen zusätzlichen Auflagen hinsichtlich der verwendeten Materialien und der Dichtheitsprüfung nach der Sanierung. Eine Dichtheitsprüfung gemäß DIN EN 1610 ist in vielen Bundesländern nach abgeschlossener Sanierung Pflicht.

Wichtig ist auch: Wer als Grundstückseigentümer oder Betreiber einer Gewerbeimmobilie Abwasserleitungen betreibt, trägt die Verantwortung für deren ordnungsgemäßen Zustand. Regelmäßige Inspektionen und dokumentierte Sanierungsmaßnahmen sind deshalb nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch rechtlich geboten.

Wann sollte eine Rohrsanierung in einer Gewerbeimmobilie geplant werden?

Eine Rohrsanierung in einer Gewerbeimmobilie sollte geplant werden, sobald eine TV-Inspektion Schäden wie Risse, Undichtigkeiten, starke Ablagerungen oder Verformungen zeigt. Auch wiederkehrende Verstopfungen, unangenehme Gerüche oder feuchte Stellen an Wänden und Böden sind klare Warnsignale, die eine sofortige Prüfung erfordern.

Grundsätzlich gilt: Frühzeitige Planung spart Kosten und Ärger. Wer eine Rohrsanierung rechtzeitig einplant, kann Sanierungsarbeiten in betriebsarme Zeiten legen und vermeidet teure Notfallmaßnahmen. Besonders sinnvoll ist eine vorausschauende Planung bei:

  • Gebäuden, die älter als 30 Jahre sind und noch keine Rohrsanierung erhalten haben
  • Bevorstehenden Umbau- oder Erweiterungsmaßnahmen, bei denen ohnehin in die Bausubstanz eingegriffen wird
  • Mieterwechseln oder Neuanmietungen, bei denen der Zustand der Entwässerung dokumentiert werden soll
  • Auffälligkeiten im Betrieb wie häufige Verstopfungen oder steigende Wartungskosten

Eine TV-Inspektion ist dabei immer der erste Schritt. Sie liefert eine genaue Bestandsaufnahme und bildet die Grundlage für eine fundierte Sanierungsplanung.

Wie Bodenbender dich bei der Rohrsanierung in Gewerbeimmobilien unterstützt

Wir bei Bodenbender sind seit mehr als 50 Jahren in der Kanalinstandhaltung tätig und kennen die besonderen Anforderungen gewerblicher Rohrsysteme aus eigener Erfahrung. Als Systemanbieter für grabenlose Rohr- und Kanalsanierung bieten wir dir alles aus einer Hand:

  • Zertifizierte Systemlösungen wie der PL®-Inliner und PL®-PointLiner sowie der Airbagliner® für Inliner-Rohrsanierung und partielle Rohrsanierung in verschiedenen Rohrdurchmessern
  • Maßgeschneiderte Beratung zu Sanierungsverfahren, die zu deinem Betrieb, deinem Zeitplan und deinen gesetzlichen Anforderungen passen
  • Schulungen in der Relining Academy, damit du und dein Team die Systemlösungen sicher und effizient einsetzen könnt
  • Individuelle Sanierungsfahrzeuge, die wir nach deinen Anforderungen ausbauen, umrüsten oder neu konfigurieren
  • Kompetente Partnerschaft vom ersten Beratungsgespräch bis zur erfolgreichen Umsetzung der Sanierungsmaßnahme

Du möchtest wissen, welches Verfahren für deine Gewerbeimmobilie am besten geeignet ist? Nimm jetzt Kontakt mit uns auf und lass dich unverbindlich beraten. Wir helfen dir, die richtige Lösung für dein Rohrsystem zu finden.

Ähnliche Artikel

Nach oben scrollen