Techniker in Schutzausrüstung setzt zylindrischen Harzliner in dunkle Kanalöffnung ein, Rohrsanierung durch Inliner-Verfahren.

Wie läuft eine partielle Rohrsanierung ab?

/ Anna Gerlach

Eine partielle Rohrsanierung läuft in der Regel innerhalb weniger Stunden ab: Nach einer Kamerainspektion wird ein Kurzliner gezielt an der beschädigten Stelle eingesetzt, ausgehärtet und abschließend geprüft. Das Rohr bleibt dabei vollständig im Boden. Die Methode eignet sich besonders dann, wenn nur einzelne Schadstellen vorliegen und eine Komplettsanierung nicht notwendig ist. In diesem Artikel erfährst du, welche Schritte der Ablauf umfasst, welche Systeme verwendet werden und wann die Methode die richtige Wahl ist.

Wann ist eine partielle Rohrsanierung die richtige Wahl?

Eine partielle Rohrsanierung ist die richtige Wahl, wenn ein Rohr nur an einzelnen, klar abgrenzbaren Stellen beschädigt ist und der Rest der Leitung noch in gutem Zustand ist. Statt die gesamte Leitung zu erneuern oder aufzugraben, wird nur der betroffene Abschnitt repariert. Das spart Zeit, Kosten und vermeidet unnötige Eingriffe in Straße, Garten oder Gebäude.

Typische Schadbilder, bei denen eine punktuelle Reparatur sinnvoll ist, umfassen Risse, Rohrbrüche, Scherbenbildung, undichte Muffen oder einragende Hausanschlüsse. Auch wenn nach einer Rohrkamera-Inspektion klar erkennbar ist, dass der Schaden lokal begrenzt ist, bietet die partielle Methode eine wirtschaftliche Alternative zur Langstreckensanierung. Wichtig ist eine gründliche Zustandserfassung vorab, denn nur wer den genauen Schadensumfang kennt, kann die passende Sanierungsmethode wählen.

Welche Schritte umfasst der Sanierungsablauf?

Der Ablauf einer partiellen Rohrsanierung gliedert sich in vier wesentliche Schritte: Inspektion, Reinigung, Einbau des Liners und Qualitätsprüfung. Jeder Schritt ist notwendig, damit die Reparatur dauerhaft hält und den geltenden Normen entspricht.

  1. Kamerainspektion: Zunächst wird das Rohr mit einer Rohrkamera untersucht. So lassen sich Lage, Art und Ausmaß des Schadens genau bestimmen.
  2. Rohrreinigung: Vor dem Einbau des Liners muss die Leitung gründlich gereinigt werden, in der Regel durch Hochdruckreinigung. Ablagerungen, Wurzeln und Verstopfungen werden entfernt, damit der Liner optimal haftet.
  3. Einbau des Kurzliners: Ein mit Kunstharz getränkter Gewebeschlauch wird an der Schadstelle positioniert und mithilfe eines Airbags oder eines anderen Drucksystems an die Rohrwand gepresst.
  4. Aushärtung: Der Liner härtet aus, entweder durch UV-Licht, Dampf oder Raumtemperatur, je nach verwendetem System. Nach der Aushärtung bildet er eine stabile, glatte Innenwand.
  5. Abschlusskontrolle: Eine erneute Kamerabefahrung dokumentiert das Ergebnis und bestätigt die korrekte Ausführung der Sanierung.

Dieser strukturierte Ablauf stellt sicher, dass das Abwasserrohr sanieren ohne Aufgraben gelingt und das Ergebnis nachweislich den Anforderungen entspricht.

Wie lange dauert eine partielle Sanierung?

Eine partielle Rohrsanierung dauert in den meisten Fällen zwischen zwei und vier Stunden. Die genaue Dauer hängt von der Anzahl der Schadstellen, der Rohrdimension, dem verwendeten Aushärteverfahren und der Zugänglichkeit der Leitung ab. Im Vergleich zu einer offenen Baumaßnahme ist die Zeitersparnis erheblich.

Besonders die Aushärtezeit beeinflusst den Gesamtaufwand. UV-härtende Systeme sind in der Regel schneller als eine Kaltaushärtung bei Raumtemperatur. Wenn mehrere Schadstellen in einer Leitung behandelt werden müssen, verlängert sich die Einsatzzeit entsprechend, bleibt aber meist noch deutlich unter einem vollen Arbeitstag. Das Rohr kann nach Abschluss der Arbeiten und der Abnahmeprüfung sofort wieder in Betrieb genommen werden.

Welche Materialien und Systeme kommen zum Einsatz?

Bei der partiellen Rohrsanierung kommen in erster Linie harzgetränkte Gewebeschläuche zum Einsatz, sogenannte Kurzliner oder Punktliner. Diese werden an der Schadstelle eingebracht, aufgeweitet und ausgehärtet. Das Ergebnis ist eine neue, fugenlose Innenschale im beschädigten Rohrabschnitt.

Die verwendeten Harzsysteme sind meist Epoxid- oder Polyesterharz, die nach der Aushärtung chemisch resistent und druckstabil sind. Der Liner wird über einen Inversionsschlauch oder ein Trägersystem eingeführt und durch Luftdruck oder einen Airbag an die Rohrwand gepresst. Je nach Hersteller und System variieren Länge, Wandstärke und Aushärteverfahren. Entscheidend ist, dass alle eingesetzten Materialien für den Einsatz in Abwasserleitungen zugelassen und geprüft sind.

Für welche Rohrdimensionen und Materialien ist die Methode geeignet?

Die partielle Rohrsanierung ist für ein breites Spektrum an Rohrdimensionen geeignet, typischerweise von DN 100 bis DN 600 und in bestimmten Systemen auch darüber hinaus. Sie funktioniert bei den meisten gängigen Rohrmaterialien wie Steinzeug, Beton, Grauguss, PVC und Kunststoff.

Voraussetzung ist, dass das Rohr grundsätzlich noch eine ausreichende Restfestigkeit besitzt und der Liner sicher an der Rohrwand haften kann. Bei stark deformierten oder kollabierten Rohren stößt die Methode an ihre Grenzen. In solchen Fällen ist eine Langstreckensanierung oder ein offener Austausch die bessere Wahl. Die Eignung sollte daher immer auf Basis der Kamerauntersuchung und einer fachkundigen Bewertung entschieden werden.

Wie wird die Qualität der Sanierung nachgewiesen?

Die Qualität einer partiellen Rohrsanierung wird durch eine abschließende Kamerainspektion und, je nach Anforderung, durch einen Drucktest nachgewiesen. Diese Dokumentation ist sowohl für private Auftraggeber als auch für kommunale Netzbetreiber ein wichtiger Nachweis der ordnungsgemäßen Ausführung.

Darüber hinaus sollten alle eingesetzten Materialien über entsprechende Zulassungen und Prüfzertifikate verfügen, zum Beispiel nach DIN EN ISO 11296 oder vergleichbaren Normen. Die Dokumentation umfasst in der Regel das Videomaterial vor und nach der Sanierung, die verwendeten Materialien sowie die Einbaudaten. Diese Unterlagen dienen als Grundlage für spätere Wartungsmaßnahmen und sind bei Gewährleistungsfragen entscheidend.

So unterstützt dich Bodenbender bei der partiellen Rohrsanierung

Bodenbender ist seit Jahrzehnten spezialisiert auf grabenlose Rohr- und Kanalsanierung und bietet dir als Systemanbieter alles aus einer Hand. Ob du ein einzelnes Schadrohr punktuell reparieren oder eine ganze Flotte von Sanierungsfahrzeugen ausrüsten möchtest, wir begleiten dich durch den gesamten Prozess.

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