Topfzeit, Verarbeitungzeit und Gelierzeit

Die Topzeit, Verarbeitungszeit und Gelierzeit variieren von einem Epoxidwerkstoff zum anderen stark, in der Anwendung der Kanalsanierung sind sie aber entscheidende kriterien. Sie spielen eine wichtige Rolle, da der Einbau eines Schlauchliners nie unter Laborbedingungen stattfindet, sondern durch Umgebungseinflüsse wie Temperatur und Sonneneinstrahlung beeinflusst wird. Dementsprechend sollten die auf den Datenblättern angegebenen Daten richtig interpretiert werden.

Topfzeit und Verarbeitungszeit

Unter diesen beiden Begriffen wird oft das Gleiche verstanden. Dies trifft jedoch nicht immer zu. Topfzeit ist definiert als die Zeitspanne, in welcher sich die Viskosität eines Epoxies verdoppelt. Die Reaktion beginnt beim Mischen der Komponenten bei Raumtemperatur (23°C). So beziehen sich auch die Angaben auf den technischen Datenblättern auf Bedingungen bei Raumtemperatur.

Verarbeitungszeit ist die Zeitdauer, in welcher die Viskosität eines Klebstoffes tief genug bleibt in der spezifischen Anwendung für einen optimalen Auftrag oder Imprägnierung zu sorgen.
Die Verarbeitungszeit eine bestimmten Epoxidklebestoffes variiert also von Anwendung zu Anwendung und kann nicht genau benannt werden. Hier spielen zu viele Einflüsse ein Rolle, wie zum Beispiel:

  • Außentemperatur
  • Mischvolumen

Für den Monteur ist also die von Fall zu Fall variierende Verarbeitungszeit die Ausschlaggebende Größe. Generell muss gesagt werden:

  • Je höher die Temperatur desto niedriger die Verarbeitungszeit und
  • Je mehr Masse auf geringem Volumen, desto schneller ist die Reaktion.

Die folgende Abbildung zeigt die Abhängigkeit der Verarbeitungszeit zum Mischvolumen anhand des Combi-Tec EP 60. Es ist zu erkennen, dass bei erhöhtem Mischvolumen die Verarbeitungszeit sinkt.

Gelierzeit

Dieser Begriff wird ebenfalls öfter als Synonym für Topfzeit verwendet, obwohl hier wesentliche Unterschiede bestehen. Beide Bezeichnungen beschreiben die Verdickung eines Epoxies nach dem Mischen. Ist aber in der Anwendung der Kanalsanierung eher mit der Verarbeitungszeit gleich zu setzten. Die Gelierzeit ist der Zeitpunkt, an dem das Material Fäden zu ziehen beginnt, wenn es gelartig wird, ohne jedoch auszuhärten. Es ist dann meistens am oberen Ende des Viskositätsbereichs (und am Ablauf der Topfzeit wenn bei Raumtemperatur die Gelierzeit bestimmt wird.)

Für die Kanalsanierung ein wichtiger Zeitpunkt, da das Material danach nicht mehr, beziehungsweise nur sehr schwer zu verarbeiten ist.

 


Last updated byJonas Bodenbeneder