PL®- Point-Liner® System

Geschichte

Das Point-Liner® System wurde 1991 im Hause Bodenbender entwickelt und gehörte zu dieser Zeit zu den ersten partiellen Kanalsanierungssystemen Weltweit. Erst in den darauffolgenden Jahren haben sich verschieden Systeme mit anderen Materialien am Markt neben dem Point-Liner® System etabliert. Das Point-Liner System hat sich seit dieser Zeit nur unwesentlich in seinen Grundmaterialien geändert und es wird seit jeher auf Dosier genaue Doppelkammerbeutel gesetzt. Entwickelt wurde es aus der Not heraus die eigene Rohr- und Kanalinstandhaltungs Dienstleistung um ein System zu erweitern mit dem Kostengünstig Rohre und Kanäle saniert werden können. Das hat die Firma Herbert Bodenbender auch über fast zwei Jahrzehnte deutschlandweit getan. Aus der Erfahrung mit dem eigenen Produkt bildete sich dann ein Vertrieb und das Point-Liner® System wurde auch an andere Anwender verkauft.

Anwendungsbereich

Das Point-Liner® System ist ein Sanierungsverfahren zur Reparatur partieller Schäden in Abwasserhaltungen, die dazu bestimmt sind, Abwasser gemäß DIN 1986-3 abzuleiten. Nach DIBt (Zulassungsnummer Z.42.3-397) kann dieses Reparaturverfahren eingesetzt werden zur Reparatur von Rohren mit Kreisprofil in Rohrnennweiten von DN 100 bis DN 600. Anwendungen in größeren und kleineren Nennweiten sowie Eiprofilen sind aber auch möglich, sofern die zu sanierende Abwasserleitung den statischen Anforderungen genügt. Der größte Point-Liner® der bis heute gesetzt worden ist, hatte eine Nennweite von 1500 mm.

Das System kann darüber hinaus für folgende Rohrmaterialien verwendet werden:

  • Beton,
  • Stahlbeton,
  • Steinzeug,
  • Faserzement,
  • Gusseisen,
  • Polivinylchlorid (PVC)

 

Bedingung für eine Sanierung mit dem Point-Liner® System ist eine noch vorhandene Tragfähigkeit des Altrohr-Boden-Systems. Darüber hinaus muss die seitliche Bettung noch funktionsfähig sein. Andernfalls kann bei der Installation des Point-Liner® mit Luftdruck ein möglicherweise instabiles Altrohr auseinanderbrechen. Bei Erfüllung der vorgenannten Bedingungen können jedoch folgende Schadensbilder erfolgreich saniert werden:

  • Versatz,
  • Riss längs,
  • Riss radial,
  • Scherbenbildung,
  • Kleine Ausbrüche

 

Zum Nachweis der baulichen Anwendbarkeit hat das Point-Liner® System nach Vorgaben des DIBt Eignungsprüfungen in den Bereichen Haltbarkeit, Langzeit-Test sowie Anwendbarkeit durchlaufen.

Komponenten des Point-Liner® Systems

Das Point-Liner® System besteht aus aufeinander abgestimmten Komponenten, die beim DIBt hinterlegt und geprüft sind. Als Anwender des Point-Liner® Systems kann sich nur bezeichnen, wer die nachfolgenden Komponenten verwendet:

 

  • multi-PL® Harz: Kunstharz auf Polyurethanbasis.
  • PL®-Glasfasermatte: Glasfasermatte nach DIN 1259-1.
  • PL®-Packer: Der Packer lässt sich in diesem Zusammenhang als eine Gummiblase beschreiben. Er kann mit Luft befüllt werden und wird je nach Größe mit einem Druck von 0,8 bar-2,8 bar beaufschlagt. Die spezielle Konstruktionsweise erlaubt es dem Packer, sich hauptsächlich über die Anpressfläche aufzublasen. So können die Endkappen von Hausanschlusspackern einen wesentlich geringeren Nenndurchmesser als das zu sanierende Rohr haben und dadurch leicht an die Schadstellen gebracht werden.
  • PL®-Point Stretch: Stretchfolie aus Polyethylen (PE).
  • PL®-Special Agent: Speziell zusammengesetztes Trennmittel.

 

Dabei ist es von entscheidender Wichtigkeit, dass alle Komponenten verwendet bzw. erfüllt werden. Nur dadurch ist gewährleistet, dass die benötigte Qualität des Endproduktes erreicht wird und der Einbau der DIBt-Zulassung entspricht.

Schematischer Ablauf einer Point-Liner®-Sanierung

Bevor der Packer mit der imprägnierten Glasfasermatte eingewickelt werden kann, muss er mit Stretchfolie ummantelt werden, die zuvor mit Trennmittel behandelt worden ist. Nur diese Vorgehensweise garantiert, dass sich der ausgehärtete Point-Liner® von der Packerhülle löst und der Packer wieder entfernt werden kann. Andernfalls kann letztgenannter, wenn überhaupt, nur unter großer Krafteinwirkung entfernt werden.

Um den Point-Liner® vorzubereiten, wird die Glasfasermatte mit dem zwei-Komponenten multi-PL® Harz getränkt und anschließend auf den Packer aufgerollt. Dabei ist das Mischverhältnis des Harzes durch die Verpackung im Doppelkammerbeutel festgelegt. Die Reaktion des Harzes beginnt mit dem Zusammenbringen und Mischen der beiden Komponenten. Die Verarbeitungszeit beträgt ca. 8-10 Minuten, bis dahin muss der Packer mit der getränkten Glasfasermatte an die zu sanierende Stelle gebracht werden. Nach Ablauf der Verarbeitungszeit beginnt die Aushärtephase. Als Verabeitungszeit versteht man normenmäßig die „Zeitspanne, in der ein Ansatz eines Reaktionsklebstoffes nach dem Mischen aller Klebstoffbestandteile für eine bestimmte Verwendung brauchbar ist.“

Der präparierte Packer wird dann durch Schieben und/oder Ziehen an die vorher ausgemessene Schadstelle gebracht und mit dem vorgeschriebenen Luftdruck befüllt. Dadurch wird die getränkte Glasfasermatte an die Rohrwandung gepresst. Dieser Vorgang wird solange aufrechterhalten, bis das Harz ausgehärtet ist. Die Aushärtezeit liegt bei ca. 90 Minuten und ist abhängig von der Umgebungstemperatur. Der Vorgang wird durch die nachfolgende Grafik noch einmal verdeutlicht:

Schematischer Point-Liner®:

Nach Aushärtung wird der Packer entlüftet und die Schadstelle ist mit einem Point-Liner® repariert. Überschüssiges Harzmaterial kann nach erfolgter Aushärtung mittels Hochdruckreinigung entfernt werden. Um einen visuellen Eindruck von einem ausgehärteten Point-Liner® zu gewinnen, wird nachfolgend ein mit dem Point-Liner® System reparierter Versatz dargestellt:

Auf dem Bild vom Rohrzustand vor der Sanierung ist zu erkennen, dass das Rohrstück mit Einlauf rechts an der vorderen sowie der hinteren Muffe einen Versatz hat. Der vordere Versatz wurde hier mithilfe eines Point-Liner® bis zum Einlauf repariert. Auf dem Bild nach der Sanierung ist zu erkennen, dass durch den Eingriff zusätzlich zur Abbdichtung der Stelle auch eine Glättung des Versatzes erreicht wird. Dies ist eine Eigenschaft, die bei Versätzen in der Sole einen positiven Einfluss auf die Fließgeschwindigkeit und den sachgemäßen Abfluss des Abwassers hat.


Last updated byJonas Bodenbeneder